Pfarrer Mummadi zurück in Indien Spenden aus St. Marien helfen vielen armen Mädchen

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Praveen Mummadi ist zurück in seiner Heimat Indien, wo er auch schon mal barfuß an der Kanzel steht.
Praveen Mummadi ist zurück in seiner Heimat Indien, wo er auch schon mal barfuß an der Kanzel steht. © Mummadi
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Zurück in seiner Heimat Indien ist Praveen Mummadi, der als katholischer Seelsorger zehn Jahre lang in der Lüner St.-Marien-Gemeinde tätig war. Nun sind drei Monate seit seinem Abschied von der Lippestadt vergangen und Mummadi hat inzwischen seine Arbeit als Priester und Seelsorger in Kurnool im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh aufgenommen.

„Ich fühle mich hier wieder sehr wohl“, meldet sich Mummadi aus seiner alten und neuen Heimat. Vor seiner Abreise freute er sich vor allem auf das Wiedersehen mit seiner Familie, vor allem mit seinen Eltern. Nun hat er auch beruflich wieder Fuß gefasst. „Jetzt bekomme ich auch eine eigene Pfarrei mit zwei Missionsgemeinden, nur 13 Kilometern vom Wohnort meiner Eltern entfernt“, freut sich der indische Geistliche.

Amtseinführung geplant

Neben Mummadi gehören zum Team der Pfarrei in Südindien auch zwei Pastoralreferenten, die ihn bei der seelsorglichen Arbeit unterstützen. „Meine Einführung als Pfarrer ist bereits am 9. Dezember, es geht also jetzt alles sehr schnell. Zukünftig in einer eigenen Pfarrei als Priester arbeiten zu können, ist mir eine große Freude“, so Mummadi.

Die Adventszeit werde bei ihm in Indien viel bescheidener begangen, „als ich das in St. Marien, in der schönen Atmosphäre der Vorweihnachtszeit kennen und schätzen gelernt habe.“

Praveen Mummadi war zehn Jahre lang als Seelsorger in der Pfarrei St. Marien tätig. In diesem Jahr ging er zurück in seine indische Heimat.
Praveen Mummadi war zehn Jahre lang als Seelsorger in der Pfarrei St. Marien tätig. In diesem Jahr ging er zurück in seine indische Heimat. © Mummadi

Um den armen Menschen in seiner Heimat zu helfen, hatte Mummadi schon vor einiger Zeit um Spenden gebeten. Viele Menschen aus der St. Marien-Gemeinde unterstützten die Aktion und spendeten Geld, das Mummadi nun in seiner südindischen Heimat eingesetzt hat. Bei seinem Abschied versprach der Geistliche den Menschen in St. Marien und den anderen Teilen der Großgemeinde, St. Norbert, St. Gottfried und St. Ludger, zu berichten, was aus den Spenden geworden ist.

„Von den Geldern habe ich 93 Nähmaschinen gekauft und diese an sehr arme Mädchen weitergegeben, die jetzt als Näherinnen selbstständig arbeiten und ein kleines Einkommen für sich und ihre Familien erwirtschaften.“ Es war eine riesige Freude bei den Beschenkten und deren Familien zu spüren, als Mummadi die Nähmaschinen verteilte. „Ich soll allen Spendern in Deutschland, die dafür die finanzielle Grundlage geschaffen haben, ihren herzlichen Dank übermitteln“, so der Priester.

Hilfe für Mädchengymnasium

Aber nicht nur die Nähmaschinen konnten durch die Spenden finanziert werden. Das von Ordensschwestern geleitete Mädchengymnasium St. Josef mit angeschlossenem Internat gehört ebenfalls zu den Institutionen in Südindien, die Mummadi mit Hilfe der Spenden unterstützt. „Das Gymnasium hat finanziell nur eine sehr bescheidene Basis. So mussten einige Mädchen auf dem Fußboden schlafen weil nicht für alle Schülerinnen Betten vorhanden waren.“

Das Schlafen auf dem Boden kann in Südindien sehr gefährliche Folgen haben. Es muss, so Mummadi, immer mit Schlangen und anderem Getier auf dem Boden gerechnet werden. Die Tiere suchen Wärme und kriechen deshalb gerne unter die Schlafdecke. Auch hier war es möglich, Abhilfe zu schaffen. „Wir haben von den Spendengeldern 40 neue Betten gekauft“, sagt der Geistliche. Jetzt können alle Mädchen in ihrem eigenen Bett schlafen. Auch hier sei die Freude und Dankbarkeit groß. Mummadi: „Für einige Schülerinnen, Töchter armer Eltern, haben wir noch neue Schuluniformen, Bücher und Lernmaterial angeschafft und wo die Not besonders groß war auch die Schulgebühren bezahlt.“

Dank an alle Spender

Mummadi ist es wichtig, sich bei allen Spendern für die Unterstützung seiner Projekte zu bedanken. Vor allem auch im Namen der jungen Mädchen, die nun mit einer Nähmaschine ausgestattet, für ihre Zukunft gut gerüstet sind und auch im Namen der Mädchen des St. Josef Gymnasiums dankt der indische Pfarrer für die Spendenbereitschaft.