Polit-Prominenz gratulierte

LÜNEN SÜD Mit viel politischer Prominenz feierte der SPD-Ortsverein Lünen-Süd im Gründungslokal Haus Bäcker (damals Wirt Rebbe) seinen 100. Geburtstag. Und selbst SPD-Frontfrau Hannelore Kraft ließ es sich nicht entgehen, den Genossen vor Ort zu gratulieren.

von Von Volker Beuckelmann

, 15.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Klare Kante", sagte Hannelore Kraft, Landesvorsitzende der SPD in NRW und Mitglied des SPD-Bundesvorstandes zu den Genossinnen und Genossen. In ihrer über einstündigen Rede nahm Kraft kein Blatt vor den Mund. "Wir müssen unsere alte Stärke wiederfinden. Wir müssen die Partei sein der Kümmerer", appellierte die 46-Jährige und forderte die Ortsvereine auf, sie tatkräftig zu unterstützen: "Wir gewinnen die Menschen nicht mit Botschaften aus Berlin oder Düsseldorf, sondern mit konkretem Handeln vor Ort."

Den Menschen helfen

Die Ortsvereine stünden vor großen Herausforderungen, müssten immer ein offenes Ohr haben, die Sorgen und Nöte der Menschen aufnehmen und helfen, betonte Kraft, die sich für eine starke Profilschärfung in Zeiten der großen Koalition aussprach.

Scharf kritisiert wurde die Bildungspolitik der NRW-Landesregierung, besonders das neue Kindergartenbildungsgesetz (KIBIZ). "Das KIBIZ bleibt Mumpitz", sagte Kraft. Das Gesetz sei "nicht sozial gerecht". Mit Blick auf die Pläne der SPD im Bereich der Bildung sagte sie: "Kostenlose Bildung vom Kindergarten bis zur Hochschule ist unser Ziel. Studiengebühren sind der falsche Weg." Kraft forderte ein Aufbrechen des dreigeteilten Bildungssystems sowie ein voll integratives Schulsystem, um Chancengleichheit für alle Kinder zu ermöglichen.

Arbeitsmarktpolitisch wolle die SPD weiter um den Mindestlohn und die Schaffung eines sozialen Arbeitsmarktes kämpfen. "Wir müssen alles ausprobieren, was zusätzliche Ausbildungs- und Arbeitsplätze schafft", sagte Kraft und erhielt für ihre Rede viel Applaus.

Deubel aus dem Süden

Martin Gorholt, Bundesgeschäftsführer der SPD, der bei seiner kurzen Grußrede darauf hinwies, dass August Bebel vor 100 Jahren Parteivorsitzender war, ehrte die Genossinnen und Genossen zum 100. Geburtstag mit dem Geschenk, für 100 Euro Material beim Parteivorstand bestellen zu dürfen.

"In Lünen liegen meine Wurzeln. Drei Häuser weiter hat mein Großvater gewohnt. Politisch bin ich hier nach acht Jahren Falkenarbeit in die SPD eingetreten", sagte Ingolf Deubel, Finanzminister von Rheinland-Pfalz, der als "Lünen-Süder Urgewächs" gilt und den Genossinnen und Genossen herzlich gratulierte.

Volker Beuckelmann

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