Politik bremst Photovoltaik-Anlagen aus - Bauantrag für Solarpark

rnEnergiewende

Eine Firma möchte an zwei Orten in Lünen sogenannte Photovoltaik-Freiflächenanlagen bauen. Politik und Verwaltung bremsen diese Pläne jedoch vorerst aus. An anderer Stelle soll es voran gehen.

Lünen

, 17.09.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Firma Betrem Emscherbrennstoffe GmbH will gleich zwei große Photovoltaik-Anlagen in Lünen bauen: Einmal auf der Fläche „Am Fuchsbach“ am Ortsrand von Alstedde. Dort sollen 2600 Module mit einer Gesamtfläche von 4100 Quadratmetern entstehen. Betrem rechnet mit einem jährlichen Stromertrag von 722.000 Kilowattstunden.

Außerdem hat die Firma eine Fläche an der ehemaligen Kläranlage, südlich der Bahnlinie am Übergang zu den Lippeauen, in den Blick genommen. Am Wevelsbach sollen 3000 Module mit einer Fläche von 5100 Quadratmetern jährlich 845.000 Kilowattstunden Strom erzeugen.

Beide Flächen sind aus Sicht der Verwaltung problematisch. Zum einen müsste der Flächennutzungsplan angepasst werden, auch ein Bebauungsplan existiert für beide Flächen nicht. Probleme, die lösbar wären. Wesentlich schwieriger wiegt der Entwurf des Regionalplans Ruhr, der an diesen Punkten im Stadtgebiet eigentlich keine solchen Projekte vorsieht.

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Für die Fläche am Fuchsbach besteht aus Sicht der Verwaltung jedoch die Chance, dass es vom Regionalverband (RVR) grünes Licht gibt. Allerdings muss dafür nachgewiesen sein, dass es keine alternativen Standorte für solche Anlagen außerhalb des Gebietes gibt, das der RVR als „regionalen Grünzug“ bezeichnet. Allerdings sei die PV-Anlage kaum mit der Landschaft in Einklang zu bringen, auch mit Blick auf die Erholungsnutzung des umliegenden Gebietes böte sich eine solche Planung nicht an.

Stadt will erst das gesamte Flächenangebot prüfen

Am Wevelsbach habe eine Vorprüfung beim RVR ergeben, dass für eine PV-Anlage an dieser Stelle „zum jetzigen Zeitpunkt keine Vereinbarkeit der Planung mit den Zielen der Raumordnung festgestellt werden kann“. Das Projekt würde also aller Voraussicht nach am Veto des RVR scheitern. Zudem sei die Fläche „Bestandteil des Freiflächenklimabereiches Lippeaue mit sehr hoher thermischer Ausgleichsfunktion“.

Folglich empfahl die Verwaltung dem Ausschuss für Stadtentwicklung am Dienstag (15.9.), für den Wevelsbach keinen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan zu fassen. Für den Fuchsbach in Alstedde soll zunächst die Analyse für PV-Anlagen im ganzen Stadtgebiet aktualisiert werden, ehe es zur Entscheidung über einen Bebauungsplan kommt. Der Ausschuss folgte der Empfehlung einstimmig.

An der Niersteheide nahe der A2 ist ein Bebauungsplan für eine PV-Anlage hingegen seit Dezember 2019 rechtskräftig. Die „Solarpark Niersteheide GmbH & Co. KG“, eine Tochter der Ruhrkohle AG und der Wircon GmbH, plant hier Solarmodule auf einer Fläche von 35.000 Quadratmetern. „Nach Angaben des Vorhabenträgers ist der Bauantrag wohl in Vorbereitung“, erklärt Stadtsprecher Benedikt Spangardt.

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