Politiker in Lünen: Lehrer soll Ampel steuern dürfen

Brücke über Straße gesperrt

Der Lehrer drückt auf sein Smartphone, die Ampel wird grün - und zwar so lange, dass bis zu 80 Schüler problemlos über die Hauptverkehrsstraße kommen. So ist der Plan für die Kurt-Schumacher-Straße in Lünen. So haben es Lünens Politiker jetzt in die Wege geleitet. Eine wichtige Frage ist allerdings noch offen.

LÜNEN

, 21.09.2017, 13:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Politiker in Lünen: Lehrer soll Ampel steuern dürfen

Die Fußgängerbrücke über die Kurt-Schumacher-Straße ist eine wichtige Verbindung zwischen City und Theater, Hansesaal, Hotel und Rundturnhalle, die unter anderem die Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule nutzen. Sie ist marode und soll abgerissen und durch eine Ampelanlage auf Höhe der Neuberinstraße (oben links) ersetzt werden.

Das Problem an der zentralen Straße in Lünen: Die Fußgängerbrücke wird wegen Schäden abgerissen. Eine schnelle Alternative kann nur eine Fußgängerampel sein. 

Die Lösung, die die Stadt vorschlägt: Sie will die Ampelanlage an der viel befahrenen Kreuzung Kurt-Schumacher-Straße / Kamener Straße / Viktoriastraße so programmieren, dass ein Lehrer „mit einem fest zugeordneten Mobiltelefon“ per Bluetooth Grün anfordern kann und die Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule dann auf ihrem Weg zur Rundsporthalle in einem Rutsch die Kurt-Schumacher-Straße überqueren können. Auf dem Rückweg natürlich auch.

Kommt eine neue Brücke oder nicht?

Der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung ist am Mittwochabend einstimmig für die Umrüstung gewesen, die laut Stadt einmalig 25.000 Euro kostet.

Offen blieb in der Sitzung, ob dies eine Dauerlösung oder eine Übergangslösung sein wird.

  • Dauerlösung hieße: Die bisher von den Schülern genutzte Fußgängerbrücke über die Kurt-Schumacher-Straße wird wegen der festgestellten Schäden am Bauwerk ersatzlos abgerissen.
  • Übergangslösung hieße: Die Bluetooth-Technik wird eingesetzt, bis es eine neue Brücke oder eine Unterführung gibt.

Stadt: Neuer Übergang sinnvoll - auch für das Theater

Am 2. März hatte der Rat die Stadtverwaltung beauftragt, Brücke und Unterführung als Alternativen zu prüfen. Doch im Beschlussvorschlag der Stadt für die Bluetooth-Lösung heißt es nunmehr, dass damit „auch die aufwändigen Untersuchungsaufträge vom 2. März überflüssig werden könnten“. Das legt eine Dauerlösung nahe.

Lünens Technischer Beigeordnete Arnold Reeker erklärte allerdings Mittwochabend im Ausschuss: „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich einen Übergang in Höhe Neuberinstraße für sinnvoll halte, auch zur Anbindung an das Theater.“

Karl-Heinz Pisula (CDU) hingegen sagte: „Wenn es funktioniert – gemeint war die Bluetooth-Lösung – brauchen wir keine neue Brücke.“

Die endgültige Entscheidung trifft am 12. Oktober der Rat.

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