Polizeibeamte retten vermisste Pute in Lünen

Tierischer Einsatz

Es kommt nicht täglich vor, dass die Polizeipressestelle Meldungen erreichen, die für Lach-Anfälle sorgen. Doch jetzt gab es einen tierischen Einsatz für die Lüner Polizei.

Lünen

, 17.04.2019, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Polizeibeamte retten vermisste Pute in Lünen

Eine Pute hielt Polizeibeamte in Lünen auf Trab. © Polizei

Am Dienstag (16. April) gegen 8.45 Uhr gab es laut Polizei in Lünen einen

äußerst komplizierten Sachverhalt. Auf der Kanalbrücke der Dortmunder Straße sollte ein „vermutlich unter Drogen stehender“ Truthahn sein Unwesen treiben. Dutzende Verkehrsteilnehmer seien bereits gefährdet worden. Zusätzliche Brisanz erhielt der Fall, als durch die Einsatzleitstelle bekannt gemacht wurde, dass am Montagabend bereits eine Pute als vermisst gemeldet worden sei.“

Ein Beamter und eine Beamtin der Wache Lünen begaben sich zu der Brücke und wurden direkt tätig. Dazu hieß es im Bericht der Beamten: „Das geflügelte Tier konnte von den Beamten auf der Straße ‚Am Kanal‘ parallel zur Kanalbrücke entdeckt und umstellt werden. Eine Beamtin identifizierte das verdächtige Geflügel sofort als die vermisste Pute. Ein Truthahn konnte ausgeschlossen werden.“

Gefährliche Hetzjagd durchs Unterholz

Die darauf folgenden durchaus nervenaufreibenden Maßnahmen stellte der Polizist wie folgt dar: „Trotz perfekter Umstellung gestaltete sich die Ingewahrsamnahme äußerst tückisch. Kurz vor dem Zugriff entzog sich die Pute der Ingewahrsamnahme durch ein überraschendes und waghalsiges Flugmanöver. Gleichzeitig landeten mehrere gezielt von der Pute auf die Beamtin abgeworfene Stinkbomben gefährlich nah neben ihr auf dem Boden. Sie blieb unverletzt. Es entwickelte sich eine wilde und gefährliche Hetzjagd durchs Unterholz des angrenzenden Waldstücks, in dem das Federvieh Zuflucht suchte.“

Mit einem „Becker-Hecht“

Durch ein beherztes Manöver des Beamten hatte die Flucht der Pute schließlich kurze Zeit später ein Ende: „Die Beamten waren kurz davor, Luftunterstützung anzufordern, da nutzte der Beamte eine leichte Unachtsamkeit in der Deckung der vermissten Pute und schmiss sich todesmutig mit einem ‚Becker-Hecht‘ auf das Geflügel. Es gelang ihm dabei, sich so abzurollen, dass weder er noch die Vermisste Verletzungen bei dieser Ingewahrsamnahme davontrugen.“

Mit Transportbox in die Gewahrsamszelle

Das Happy End eines Vermisstenfalls. Und es ging sogar noch weiter. Denn eine Passantin kam den Beamten vor Ort zur Hilfe: „Mittels einer mobilen Hundetransportbox, die durch eine freundliche Passantin zur Verfügung gestellt wurde, konnte die Vermisste der Polizeiwache Lünen zugeführt werden. Dort wurde sie zunächst in die Gewahrsamszelle 2 gesperrt.“

Natürlich nur so lange, bis die Beamten den Besitzer des entlaufenen Federviehs erreicht hatten. Und dieser sein Tier wohlbehalten auf der Wache abholte. Auch die Transportbox fand wieder zu ihrer Besitzerin zurück - selbstverständlich gereinigt.

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