Premiere bei der Stadtverwaltung - ein Personalbericht als Grundlage für modernes Arbeiten

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Die Stadtverwaltung fit für die Zukunft machen. Das ist das Ziel. Dazu gehören moderne Technik, und moderne Mitarbeiter. Jetzt feiert ein Personalbericht Premiere und formuliert Ziele.

Lünen

, 28.09.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie die Stadtverwaltung fit für die Zukunft machen? Wer wissen will, wie das am besten geht, der braucht verlässliche Daten. Daran mangelt es bisher ganz offenbar. Jetzt hat die Stadtverwaltung ihren allerersten Personalbericht vorgelegt.

Mit der Premiere waren die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses in ihrer vergangenen Sitzung sehr zufrieden, auch wenn es nur ein erster Schritt sei. Das weiß auch Michael Kuzniarek, Fachdezernent für Personal und Organisation. Das Ganze werde, so betonte er, erst dann richtig wertvoll, wenn man die Daten mit anderen vergleichen könne, mit denen aus anderen Jahren oder mit den Zahlen aus anderen Kommunen.

„Wir sind froh, dass das jetzt auf dem Tisch liegt“

Dennoch: „Dieser erste Bericht kann sich sehen lassen“, sagt Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Und Prof. Johannes Hofnagel (GfL) betonte: „Wir sind sehr froh, dass das jetzt auf dem Tisch liegt. Das ist ein sehr guter Aufschlag“.

Auf dem Tisch lag eine knapp 20 Seiten starke Unterlage in Sachen Personal. Viele Probleme ähneln denen anderswo: Es gibt zu wenig Nachwuchs und viele Ältere werden in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen. Mit dem nun einmal im Jahr fertiggestellten Bericht will man nun die „Personalstrategie auf den Punkt fixieren“.

Dabei waren die Startvoraussetzungen für diesen ersten Bericht offenbar nicht ganz so einfach: „In manchen Feldern mussten wir praktisch bei Null anfangen“, schreiben Michael Kuzniarek und Erster Beigeordneter Uwe Quitter in ihrem Vorwort zum Bericht. Nur in wenigen Themenfeldern seien die Datenbestände valide und die Auswertungswerkzeuge ausgereift. Deshalb habe man sich bei dieser Premiere darauf beschränkt, das darzustellen, „was mit vertretbarem Aufwand zu realisieren war“.

Mit viel Herzblut bei der Sache

Aber die beiden haben sich offensichtlich einiges vorgenommen: „Wir arbeiten bereits mit viel Herzblut daran, die Datengrundlagen und die Auswertungswerkzeuge zu optimieren, erklären sie. Das konkrete Ziel: Die Themen Fehlzeiten, Fluktuation, Fortbildung, Rekrutierung und Stellenbesetzung im zweiten Bericht zusätzlich oder detaillierter zu präsentieren.

Und es gibt konkrete Ziele:

  • Stellenanzeigen sollen überarbeitet werden, neue Kanäle dafür genutzt werden und es soll künftig ein Bewerbungsmanagementsystem geben.
  • Man will selbst für Nachwuchs sorgen und ausbilden. In diesem Jahr beteiligt sich die Stadt erstmals an der „Nacht der Ausbildung“.
  • Die Arbeit in der Stadtverwaltung erlebbar machen: zum Beispiel durch ein größeres Angebot von Praktikumsstellen für Schüler und Studenten.
Die Stadtverwaltung hat derzeit 1031 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Altersdurchschnitt liegt bei 43,85 Jahren. Die Teilzeitquote liegt bei 24,44 Prozent. Diese Quote verwunderte den einen oder anderen im Ausschuss. 16,88 Prozent haben ein befristetes Beschäftigungsverhältnis. Auch eine Zahl, über die man reden müsse, sagte zum Beispiel Martin Püschel (SPD). Von den städtischen Beschäftigten wohnen 83 Prozent in Lünen oder in einer der direkt angrenzenden Städte Dortmund, Selm, Werne, Bergkamen und Kamen. Ein Trend hat inzwischen auch die Stadtverwaltung erreicht: Die Zahl derer, die lebenslang denselben Job macht, nimmt auch im öffentlichen Dienst ab.
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