Prominente Häuserreihe in Brambauer wird saniert - auch der Giebel des Apollo-Kinos

rnEcke Brechtener Straße/Mengeder Straße

Es ist ein Millionen-Invest und ein Herzensprojekt für Restaurator Mario Marx. Er hat vier Häuser im Brambauer Ortskern gekauft. Es geht auch um einen Giebel des alten Apollo-Kinos.

Brambauer

, 15.04.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer an der Ecke Brechtener Straße/Mengeder Straße vorbei kommt, merkt schnell, dass hier einiges passiert. Direkt gegenüber des nach Jahren fertiggestellten Hufnagel-Hauses wird saniert, abgerissen und gebaut. Verantwortlich dafür ist Mario Marx, Restaurator im Stuckateurhandwerk. Er hat alle vier Häuser auf der Ecke gekauft, Millionen gezahlt und wird für Sanierung und Neubau noch einmal Millionen investieren.

Das Projekt trägt den Titel „Wohnpark Marx“, es soll dort barrierefreie Wohnungen für etwa 8 Euro pro Quadratmeter auf insgesamt 1700 Quadratmetern Wohnfläche geben. Jung und Alt sollen dort gemeinsam wohnen. Marx’ Herz hängt aber an dem alten Baubestand. Ganz besonders an einer Mauer des alten Apollo-Kinos, das einst auch auf der Ecke stand und zuletzt eine Spielothek und eine Lagerhalle beherbergte. Große Teile davon sind mittlerweile abgerissen, ein Giebel aber davon steht noch. Vor dem Kino gab es dort offenbar einen Tanzsaal.

Prominente Häuserreihe in Brambauer wird saniert - auch der Giebel des Apollo-Kinos

Blick auf den Giebel, wie er mal aussehen soll. © Marx

Marx will die Fassade der Mauer aufwendig wieder auf den Stand von 1920 bringen, will mit dem Giebel Moderne und Tradition des Ortes verbinden und den Rest des Gebäudes drum herum bauen. „Dieser Giebel ist ein Zeitzeuge für den Stadtteil“, sagt Marx, „das ist am Leben.“ Alles soll in Handarbeit entstehen, jeder Dachziegel, jede Stuck-Leiste. „Ich hole mir den Sand, die Pigmente und so weiter, das kann man so nicht kaufen“, sagt er.

Prominente Häuserreihe in Brambauer wird saniert - auch der Giebel des Apollo-Kinos

Mario Marx (43) mit einem Dachziegel. Auch der ist keine Massenware, sondern handgearbeitet. © Fröhling

Ein alter Baum musste an der Einfahrt zwischen den beiden Häusern gefällt werden. Auch er bleibt erhalten - in Form von Bänken aus dem Holz. Die Steine abgetragener Mauern sollen im Eingangsbereich ebenfalls wiederverwendet werden. Wer den Neubau durch die aufwendig restaurierte Tür betritt, soll außerdem weiter im Stil der 1920er-Jahre begrüßt werden - mit einem großen Kronleuchter. Vor dem Eingang sehen die Entwürfe einen kleinen Springbrunnen vor.

Auch die Häuser nebenan werden wie gesagt renoviert, auch sie haben Geschichte, auch sie will Marx aufwendig verzieren. In dem Gebäude die Straße hinunter, sagt Marx, war einst das Hotel Kakadu untergebracht. In dem Gebäude zur Mengeder Straße hin hat die Firma Kochan ihren Sitz, die wird dort auch bleiben.

Prominente Häuserreihe in Brambauer wird saniert - auch der Giebel des Apollo-Kinos

Blick auf den gesamten Komplex. © Marx

Marx hatte zuletzt auch in Selm Bork von sich reden gemacht. Dort will er neben einem Friedhof eine Mittelmeer-Villa bauen und im Erdgeschoss selbst einziehen.

Lesen Sie jetzt