Radfahren in Lünen: Der Verkehrsraum gehört nicht nur den Autofahrern

Kolumne

Viele Autofahrer meine, ihnen gehöre die Straße. Diese Vorstellung ist antiquiert. Wollen wir weniger Blechlawinen in den Städten, muss Verkehrsraum geteilt werden, findet unsere Autorin.

Lünen

, 11.04.2021, 08:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Radfahrer werden oft nicht als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer wahrgenommen.

Radfahrer werden oft nicht als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer wahrgenommen. © dpa

Fahrradfahren ist eine meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen. Allerdings bin ich eher eine Schönwetterfahrerin. Was bedeutet: In meinem Alltag spielt das Rad keine Rolle. Das hat auch damit zu tun, dass es vielfach gesichert abgestellt ist. Mal eben so aufsteigen und losradeln funktioniert da nicht. Dass das eher suboptimal ist, zeigt mir die Aktion Stadtradeln. Auch Lünen beteiligt sich wieder daran. Vom 22. Mai bis 11. Juni kann jeder eifrig Kilometer sammeln, um die Umwelt zu schonen. Das wäre doch auch für mich eine gute Gelegenheit, die Komfortzone zu verlassen.

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Wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, erlebe ich oft schwierige Verkehrssituationen. Das liegt daran, dass Verkehrskonzepte auf Autofahrer abgestimmt sind. Und weil das seit Jahren so ist, glauben auch viele der PS-Lenker, die Straße gehöre ihnen. Inzwischen gibt es in Lünen häufig Fahrradstreifen auf der Fahrbahn. So richtig sicher fühle ich mich als Radfahrerin da nicht. Anderen mag es ähnlich gehen. Da gibt es noch einiges zu überlegen und zu tun.

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Lünen hat beim Fahrradklimatest 2020 mit einer 4.03 abgeschlossen. Das ist sogar noch schlechter als vor zwei Jahren. Da gab es eine 3,9. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, an der 155 Lüner teilgenommen haben. Im Technischen Rathaus hat man Radfahrer als Verkehrsteilnehmer in den Blick genommen. Sie machen 20 Prozent am Verkehrsaufkommen aus. Für Maßnahmen, Radwege aufzuwerten, stehen im laufenden Jahr 100.000 Euro zur Verfügung.

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