Rat entscheidet über Wagenfeld- und Miegel-Straße

Umstrittene Namen

Werden die Namen Karl Wagenfeld und Agnes Miegel von den Lüner Straßenschildern verbannt? Darüber wird im nächsten Jahr der Rat entscheiden.

LÜNEN

von Von Peter Fiedler

, 29.11.2011, 10:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stadtarchivar Fredy Niklowitz, Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick und Prof. Dr. Alfons Kenkmann (v.r.) standen auf dem Podium. Hörfunk-Redakteurin Babette Horschler moderierte.

Stadtarchivar Fredy Niklowitz, Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick und Prof. Dr. Alfons Kenkmann (v.r.) standen auf dem Podium. Hörfunk-Redakteurin Babette Horschler moderierte.

Für den Historiker Prof. Dr. Alfons Kenkmann ist erwiesen, dass Wagenfeld und Miegel mehr waren als pure Mitläufer des Nazi-Regimes. Beide hätten die Nazis aktiv unterstützt. Kenkmann (Uni Leipzig) gehörte zur Expertenkommisson, die Empfehlungen zum Umgang mit umstrittenen Straßennamen in Münster gegeben hat. „Ein Straßenname ist eine Ehrung, es geht dabei um die Integrität der gesamten Person“, so Kenkmann. „Wir hatten eine zufriedene Nachbarschaft. Niemand hat darüber gesprochen, dass Wagenfeld ein nationalsozialistisch denkender Mann war. Jetzt wird die ganze Geschichte aufgemotzt“, kritisierte ein Anwohner. Andere befürchten den (auch finanziellen) Aufwand bei einer Umbenennung.

Wenn man die Miegel- und Wagenfeldstraße umbenennen, müsse man es dann nicht auch bei der Seydlitz-, Roon- oder Gneisenaustraße tun, gab Bürger Horst Weischenberg zu bedenken. Von den anwesenden Politikern kamen unterschiedliche Äußerungen. Erika Roß (Grüne) und Jochen Otto (SPD) machten deutlich, dass sie für eine Umbenennung sind. Dr. Matthias Laarmann (GFL) könnte sich mit einem erklärenden Hinweis auf den Straßenschildern anfreunden.

Bürgermeister Stodollick sagte, der Rat werde alle Argumente pro und contra gewichten. Wann er sich mit dem Thema beschäftigt, steht noch nicht fest. 

Lesen Sie jetzt