Realschule Altlünen: Neubau bis 2022 ist faktisch unmöglich, Verwaltung prüft Alternativen

rnTrotz Ratsbeschluss

Die Realschule in Altlünen darf nur noch bis 2022 genutzt werden. Es gibt einen politischen Beschluss, dass bis dahin ein Neubau stehen soll. Ob dieses Ziel erreicht wird, scheint fraglich.

Nordlünen

, 01.04.2019, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

350.000 Euro musste die Stadt Lünen in die Sanierung der Realschule Altlünen stecken. Obwohl klar war, dass das Gebäude abgängig ist, war die Investition „alternativlos“, wie man so schön sagt: Der Brandschutz war nicht mehr gegeben, folglich hätte andernfalls der Unterricht gar nicht mehr stattfinden können. Für diese 350.000 Euro kaufte sich die Stadt 2018 vier Jahre Zeit - so lange gilt der Bestandschutz für das Gebäude.

Entsprechend fasste der Stadtrat mehrheitlich im Sommer 2018 den von SPD und CDU forcierten Beschluss, eine neue Realschule zu bauen. „Schnellstmöglich, jedoch spätestens zum Schuljahresbeginn 2022“ soll dieser Neubau übergeben werden, heißt es dort. Ob die Stadt dieses Ziel einhalten kann, war schon damals unklar - der Zeitplan sei ambitioniert, hieß es in der Sitzung. Dem Beschlusstext ist eine Protokollnotiz beigefügt: „Die Verwaltung weist darauf hin, dass eine Übergabe des Schulgebäudes bis 2022 aus tatsächlichen Gründen nicht möglich ist.“

Ergebnis der Beratung erst im September

Den Beschluss fassten die Parteien trotzdem - und setzten die Verwaltung damit unter Druck. Klar ist wohl: 2022 wird kein Neubau übergeben. Laut Frank Knoll, stellvertretender Pressesprecher der Stadt Lünen, befindet man sich immer noch in der Findungsphase: „Die Schulbauberatung - ein internes und externes Expertenteam - tagt seit Herbst 2018 und nimmt auch zur Frage Sanierung oder Neubau gutachterlich Stellung.“

Diese Stellungnahme wird für September 2019 erwartet - nachdem es weitere Workshops zu Szenarien und Varianten gegeben hat. Heißt auch: Vor September 2019 wird sich nichts tun, das einen Neubau vorantreiben könnte. Eine solche Lösung für 2022 ist damit praktisch ausgeschlossen. Das ist auch der Verwaltung klar: „Die bauordnungsrechtlichen Konsequenzen (Brandschutz / Genehmigung zum Betrieb bis 2022) werden am folgenden Freitag (29. März, d. Red.) in einer internen Besprechung mit den Fachleuten im technischen Rathaus erörtert“, schreibt Frank Knoll.

„Wir haben schlichtweg das Geld nicht“

Offenbar bereitet man sich im Rathaus darauf vor, dass nach Ablauf der Betriebsgenehmigung weder ein Bestands-, noch ein neues Gebäude für die Realschule zur Verfügung steht. Zudem hatte Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns (GFL) den Rat im Sommer 2018 darauf hingewiesen, dass angesichts der Haushaltslage „neben dem angestrebten Neubau einer Realschule auch Alternativlösungen betrachtet werden müssen“. Auch wenn der Beschluss eindeutig von einem Neubau spricht, sei die Verwaltung gesetzlich verpflichtet, Alternativen zu prüfen, wie Frank Knoll weiter ausführt: „Als Kommune in der Haushaltssicherung bleibt uns da gar keine andere Wahl, weil wir schlichtweg das Geld nicht haben.“

Die Summe, mit der für Sanierung oder Neubau der Realschule Altlünen zu rechnen ist, soll ebenfalls im September genannt werden. „Wir werden uns bei der Planung eng an den Bedarfen der Schule orientieren“, so Knoll.

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