Rewe-Filialen in Lünen halten an Böllerverkauf fest - Grüne fordern Alternative zum Feuerwerk

rnBöllerboykott

In drei Dortmunder Rewe-Märkten wird es kein Feuerwerk zu kaufen geben. Während die Lüner Filialen eine solche Aktion nicht kategorisch ausschließen, haben die Grünen eine andere Idee.

Lünen

, 13.12.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Dortmunder Rewe-Märkte haben Silvester-Feuerwerk aus ihrem Sortiment verbannt. In den Geschäften in Dortmund-Benninghofen, Dortmund-Höchsten und in Dortmund-Eving wird es das in diesem Jahr nicht geben. Die drei sind aber - Stand jetzt - die einzigen Lebensmittelhändler, die sich dazu entschlossen haben.

Die beiden Wörter „Stand jetzt“ hört man auch, wenn man mit Lüner Rewe-Händlern spricht. Da hieß es auf RN-Anfrage öfter: „Wir verkaufen ganz normal, Stand jetzt.“ Einige schlossen nicht aus, sollte sich die Initiative zu einer Art Kampagne entwickeln, dass man noch mitmache.

Stadt Lünen lehnt Knallerverbot ab

Die Diskussion um Silvesterfeuerwerk, das jedes Jahr die Luft mit Schadstoffen anreichert, läuft schon seit Jahren. In diesem Jahr wird sie noch angefeuert durch die Initiative der Umwelthilfe, die die Knallerei verbieten möchte. Auch die Lüner Stadtverwaltung wurde angeschrieben, lehnte das Ansinnen aber ab.

Die Grünen haben derweil einen neuen Versuch gestartet: Per Onlinepetition wollen sie Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns dazu bringen, den Lünern mit einer „von der Stadt an einem zentralen Ort organisierte Licht- und Lasershow“ eine Alternative zum klassischen Feuerwerk zu bieten.

„Die anfallenden Müllberge nach der Silversternacht, Glasscherben, die auf Rad-und Gehwegen liegen bleiben und letztlich auch die von der Deutschen Umwelthilfe angesprochene Feinstaubbelastung in der Silversternacht sprechen eindeutig gegen die private Böllerei“, schreiben die Grünen.

Auch würden sich Notärzte, vor allem Augenärzte und Handchirurgen, über eine ruhige Silvesternacht freuen. Und: „Aktuell ziehen schon viele Einzelhändler einen Verzicht des Verkaufs von Feuerwerkskörpern in Betracht“, so die Grünen.

Rewe: Die Antwort bleibt die gleiche

In Lünen selbst hat sich allerdings noch niemand konkret dagegen entschieden. Nachgefragt bei Rewe Krummenerl an der Alstedder Straße, beim Rewe an der Kurt-Schumacher Straße, bei Rewe Hübner, bei Rewe Ernst in Horstmar und im Rewe in Brambauer gab es immer die gleiche Antwort: „Ja, wir verkaufen“. Bei einigen mit dem Zusatz „Stand jetzt“.

Warum sind die Dortmunder Kollegen aktiv geworden? Christopher von Wantoch, Geschäftsführer des Evinger Rewe-Marktes, sagt es so: „Wir machen das der Umwelt und den Tieren zuliebe.“

Der Geschäftsmann, der selbst einen Hund besitzt, weiß, wie panisch viele Vierbeiner auf die Knallerei reagieren. Er werde das sicher merken, sagt von Wantoch, aber genau beziffern lasse sich der finanzielle Verlust nicht. Und: Die ersten Reaktionen von Kunden seien positiv. Er wolle die Tradition Feuerwerk nicht generell verteufeln, sagt von Wantoch, aber man sei sich eben auch der gesellschaftlichen Verantwortung bewusst.

Die gleichen Gründe für den Böller-Boykott nennt Ulrich Budnik, Geschäftsführer der beiden Rewe-Geschäfte Homberg im Dortmunder Süden.

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Was machen die Edeka-Supermärkte?

Theoretisch könnten auch Edeka-Filialen auf Feuerwerk verzichten, so Simone Erkens, Sprecherin von Edeka Rhein-Ruhr: „Edeka Rhein Ruhr besteht überwiegend aus selbstständigen Kaufleuten. Sie entscheiden individuell, ob sie Feuerwerkskörper zum Verkauf anbieten.“ Es gebe auch Märkte, die darauf verzichteten, aber offenbar nicht in der Region.

Bei Edeka Patzer an der Kamener Straße jedenfalls ist das Silvesterfeuerwerk schon im Lager angekommen und wird auch verkauft. „Vielleicht verzichten wir nächstes Jahr darauf“, sagt die stellvertretende Marktleiterin Brigitte Schenker. Die Edeka-Filiale in Brambauer war noch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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