Riesenkran nimmt in Lünen Brücken an den Haken

Technisches Spektakel

Für technisch Interessierte wird der 30. August ein spannender Tag. An der Baustelle Bergstraße in Lünen soll dann ein Riesenkran gleich zwei Brücken nacheinander an den Haken nehmen – die alte und die neue Kanalbrücke. Unterstützung erhält der 900-Tonnen-Kran von einem kleineren.

LÜNEN

, 14.08.2017, 05:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Riesenkran nimmt in Lünen Brücken an den Haken

Die Montagearbeiten an der Brücke Bergstraße laufen. Die vormontierte neue Brücke soll am 29. August ans Ufer verschoben und am 30. August auf ihre Fundamente gehoben werden. Bis dahin bleibt nicht mehr viel Zeit.

„Es ist ein 900-Tonnen-Landkran von einem Kaliber, wie es in Deutschland nur ein paar gibt“, sagt Dirk Bölling, der zuständige Sachgebietsleiter im Wasserstraßen-Neubauamt Datteln.

Die Pläne sehen laut Bölling Folgendes vor: Ab dem 22. August wird die alte Kanalbrücke von ihren Betonfundamenten gelöst. Am 29. August wird die bereits am Nordufer vormontierte neue Brücke auf sogenannten Plattformwagen bis ans Kanalufer geschoben.

Am Mittwoch, 30. August, wird der Datteln-Hamm-Kanal ab 6 Uhr morgens für die Schifffahrt gesperrt. Der Riesenkran steht am Südufer, hebt die alte Brücke aus den Fundamenten und legt sie ab. Die neue Brücke wird über das Wasser geschoben, so weit es möglich ist. Dann kommt auch sie an den Haken und wird auf dem fertigen Fundament abgelegt. Dazu erhält der 900-Tonnen-Kran Unterstützung von einem kleineren Kran am Nordufer.

Voraussichtlich abends fertig

„Ich bin überzeugt, dass wir abends fertig sind“, erklärt Dirk Bölling. Hobbyfotografen sollten aber an ein Teleobjektiv denken. Der Baustellenbereich werde für Unbefugte gesperrt, so Bölling.

Ursprünglich wollte das Dattelner Amt anders bauen und die alte Brücke erst abreißen lassen, wenn die neue fertig ist. Dass man sich anders entschieden hat, dafür nennt Bölling zwei Gründe: „Wir hätten sonst den großen Kran zweimal bestellen müssen. Jetzt brauchen wir ihn nur an einem Tag. Außerdem sparen wir Zeit bei der Anbindung der neuen Brücke an die Bergstraße, wenn die alte Brücke nicht mehr in Betrieb ist.“

Der Bau der Rampen zur Bergstraße hin beginnt nach Angaben von Bölling, nachdem die neue Brücke auf ihre Fundamente gehievt wurde und die Kräne die Baustelle verlassen haben.Der Sachgebietsleiter geht davon aus, dass die Brücke Mitte Dezember 2017 für den Verkehr freigegeben werden kann.

Große Zeitersparnis

Bei der Vorstellung des mit Kosten von circa fünf Millionen Euro kalkulierten Projekts war von Mitte 2018 die Rede. „Ich weiß, dass es für manche Bürger, die die alte Brücke genutzt haben, eine Zumutung ist, die Umleitung fahren zu müssen“, sagt Bölling. Er hält die gewählte Variante aber aufgrund der Zeitersparnis für gerechtfertigt.

Der für die Bauarbeiten gesperrte Betriebsweg am Kanalufer, beliebt bei Radfahrern, Anglern und Spaziergängern, könne wahrscheinlich schon Ende Oktober wieder geöffnet werden.

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Der Brückenneubau passiert im Vorgriff auf die Verbreiterung des Datteln-Hamm-Kanals. Die Maßnahme hat sich mehrfach verzögert und ist nunmehr zwischen Frühjahr 2020 und Sommer 2022 geplant. Vorher muss noch die Brücke Gahmener Straße durch einen Neubau ersetzt werden. Sie ist aufgrund von Schäden nur noch eingeschränkt belastungsfähig. Der Verkehr wird seit September 2015 einspurig per Ampelregelung über die Brücke geführt. Für Lastwagen ist sie gesperrt.

Nachtarbeit
Der stählerne blaue Bogen für die neue Brücke ist in der vergangenen Woche montiert worden.
Jetzt laufen Schweißarbeiten, die mehrere Tage dauern.
Das Wasserstraßen-Neubauamt weist darauf hin, dass Nachtarbeit für die Baustelle genehmigt wurde.
Die ausführende Firma habe die Auflage, Anlieger mit Handzetteln zu informieren.

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