Ruhrparlament: Lüner stimmten dabei auch für Tierschutz und Satire

Kommunalwahl

Viel Auswahl gab es auf dem Wahlzettel für das Ruhrparlament. Darunter waren viele Parteien, die in Lünen auf Stadt-Ebene gar nicht angetreten sind. Für viele Wähler offenbar verlockend.

Lünen

, 16.09.2020, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit dem Ruhrwal warb das Ruhrparlament am Phönix-See in Dortmund für die Teilnahme an der Wahl.

Mit dem Ruhrwal warb das Ruhrparlament am Phönix-See in Dortmund für die Teilnahme an der Wahl. © Max Slobodda

Ein langer Abend war es am Sonntag für die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer in Lünen. Nachdem sie bereits alle Stimmzettel für Landratswahl, Bürgermeister und den Stadtrat ausgezählt hatten, ging es noch weiter mit der Wahl für das Ruhrparlament und den Integrationsrat.

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Erstmals konnten die 4,1 Millionen Menschen im Ruhrgebiet auch über die Zusammensetzung des Ruhr Parlaments entscheiden. Zuvor hatten das die Stadträte und Kreistage stellvertretend für die Bürger getan. Das Ruhrparlament entscheidet zum Beispiel über Investitionen und Regionalplanung im Ruhrgebiet.

Die Qual der Wahl beim Ruhrparlament

Dabei hatten die Lünerinnen und Lüner die Qual der Wahl, denn insgesamt 21 Parteien und Wählergemeinschaften standen auf dem langen Wahlzettel für das Ruhrparlament. Die Wählerinnen und Wähler freuten sich offenbar durchaus über so viel Auswahl, denn insgesamt 16,09 Prozent der Stimmen entfielen auf Parteien, die unter „sonstige“ gezählt werden. Wobei man sagen muss, dass bei dieser Wahl auch die FDP und die Linke auf Grund ihrer geringen Ergebnisse (FDP 3,56, Linke 3,72) unter sonstige eingerechnet worden sind. Die besten Ergebnisse unter den sonstigen Parteien erhielten neben der Linken und der FDP in Lünen die Partei „Tierschutz hier!“ mit 2,61 Prozent der Stimmen und die Satirepartei „Die Partei“ mit 1,68 Prozent der Stimmen.

Das Ergebnis in Lünen unterscheidet sich ansonsten nur geringfügig vom Gesamtergebnis für das Ruhrparlament. In Lünen holte die SPD mit 34,11 Prozent fast fünf Prozentpunkte mehr als im Gesamtergebnis (29,4), dafür gab es für CDU und Grüne weniger Lüner-Stimmen. Die CDU bekam 23,67 Prozent in Lünen, die Grünen 18,87 Prozent. Im Gesamtergebnis holte die CDU rund 4 Prozentpunkte mehr, die Grünen rund zwei Prozentpunkte mehr. Anders als bei der Wahl zum Stadtrat stand dafür die Lüner Wählergemeinschaft GfL nicht zur Wahl. Viele ihrer Wähler zückten möglicherweise den Stift bei einer Partei, die in Lünen nicht auf dem Zettel für die Stadtratswahl stand.

Mehr Stimmen für AfD als bei der Stadtratswahl

Die AfD kommt in Lünen mit 7,32 Prozent der Stimmen etwas besser weg, als im Gesamtergebnis (7,1 Prozent). Die Partei, die erstmals in den Lüner Stadtrat eingezogen ist, erhält damit sogar noch einmal deutlich mehr Stimmen, als bei der Wahl für den Stadtrat (6,8 Prozent).

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