Sanierung der Fußgängerzone: Der Stand der Dinge

Zwischen Lippebrücke und Tobiaspark

Seit Mai läuft die Sanierung der Fußgängerzone nördlich der Lippebrücke. Der erste Abschnitt bis Tobiaspark sollte bis Mitte August fertig sein. Das gelang nicht. Alle Hintergründe zum Thema.

LÜNEN

, 25.08.2016, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pflasterarbeiten zwischen Persiluhr und Tobiaspark: Demnächst wird das Pflaster punktuell wieder aufgenommen, um zum Beispiel Bänke oder Fahrradständer zu montieren.

Pflasterarbeiten zwischen Persiluhr und Tobiaspark: Demnächst wird das Pflaster punktuell wieder aufgenommen, um zum Beispiel Bänke oder Fahrradständer zu montieren.

Warum gibt es Verzögerungen? „Es hat einen Defekt an einem Stromkabel gegeben. Um ihn zu beheben, musste ein Teil des verlegten Pflasters neu aufgenommen und wieder verlegt werden“, sagt Astrid Linn, Fachreferentin für Stadtentwicklung im Rathaus. „Wir sind aber noch einigermaßen im Takt“, betont sie.

Sind weitere Probleme aufgetaucht? Die Stadtwerke, so Linn, hätten die Wasserleitungen im Baustellenbereich auf Keimfreiheit überprüft. „Da mussten wir immer erst die Laborwerte abwarten, bis weiter gearbeitet werden konnte“, so Linn. Das sei vorher nicht eingeplant gewesen.

Manche Bürger wundern sich über die riesige, schon fertig gepflasterte Fläche ohne Bäume, Bänke, Fahrradständer. Bleibt das so? Nein, sagt Linn. Es sei Absicht, dass zunächst am Stück gepflastert wird. Für die sogenannten Einbauten wie Baumscheiben, Bänke, Beleuchtung, Fahrradständer oder elektrische Unterfluranschlüsse werde das Pflaster dann wieder geöffnet. „Das macht den ganzen Baustellenablauf einfacher“, sagt Linn. So müsse zum Beispiel nicht jedes „Loch“ für spätere Einbauten extra abgesichert werden. Zudem hätten die Einbauten unterschiedliche Lieferzeiten.

Ist dieses Verfahren Standard? „Nein“, erklärt Karl Jänike vom Fachverband Garten- und Landschaftsbau NRW, „rein fachlich betrachtet ist es sinnvoll, alles einzubauen, was ich habe, sonst muss ich ja zweimal ans Gewerk“. Die Lüner Vorgehensweise könne aber trotzdem Sinn machen, wenn die beauftragte Pflasterfirma besonders günstig und schnell arbeite und der Auftrag in mehreren Losen vergeben wurde.

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Arbeitet die Firma aus den Niederlanden denn schnell? „Zack-zack-zack“, arbeitet sie, findet Anlieger Thomas Göcke (Firma Schnurbusch). „Wir sind sehr zufrieden, die Firma könnte in Lüner öfter arbeiten. Für die Probleme mit den Leitungen kann sie ja nichts.“ Die Mitarbeiter seien sehr freundlich und immer ansprechbar. Für die Händler, ergänzt Astrid Linn, gehe es vor allem darum, „dass die Absperrungen nicht ewig da sind.“ Dieses Ziel sei bisher auch weitgehend erreicht worden.

Viele Händler gehen kreativ mit dem notwendigen Übel der Baustelle um und feiern. Wann ist die nächste Baustellen-Party? „Am Samstag, 3. September, im Rahmen des Moonlight-Shoppings“, kündigt Thomas Göcke an. „Ich fände es übrigens toll, wenn sich auch mal ein paar Politiker bei unserer Party sehen ließen“, sagt er.

Wie lange bleibt die Fußbängerzone noch Großbaustelle? Die Bauarbeiten wandern Stück für Stück nach Norden Richtung Persiluhr. Nach dem ursprünglichen Plan sollten sie bis Ende November abgeschlossen sein. Ob das gelingt, ist offen.

Wie viel kostet es, die Fußgängerzone nördlich der Lippebrücke umzugestalten? Die Stadt hat die Kosten mit 1,2 Millionen Euro beziffert. Der städtische Eigenanteil beträgt laut Stadt 240.000 Euro, der Rest werde über Zuschüsse finanziert.

Ist danach erst mal Ruhe in Sachen Baustelle? Nicht ganz. Im Herbst soll das Haus Münsterstraße 8 abgerissen werden. Dort ist bis Anfang 2018 ein Neubau der Firma Heckmann Bauland & Wohnraum mit 32 Wohnungen und einem Gesschäftslokal für 6,3 Millionen Euro geplant. 

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