Sars als Basis: Lüner Arzt erläutert Unterschied zwischen Grippe und Corona-Virus

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Das Corona-Virus ist weiter auf dem Vormarsch, zwei Lüner Firmen mussten deshalb nun ihre Auftritte auf Messen absagen. Wir haben einen Lüner Arzt gefragt, was das Virus so gefährlich macht.

Lünen

, 25.02.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich sollte sich die Firma Jung mit ihrem Werk in Lünen im März bei der Messe „Light + Building“ in Frankfurt präsentieren. Doch die Messe wurde aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus verschoben. „Wir können uns vorstellen, dass auch weitere Messen deswegen abgesagt werden“, so eine Mitarbeiterin des Jung-Messeteams auf Anfrage.

Jung hat Tochterfirmen in China, bei denen schon vor der Absage klar gewesen sei, dass sie nicht an der Messe teilnehmen. Die Geschäftsleitung der Firma hat beschlossen, derzeit auf Geschäftsreisen nach Asien zu verzichten.

Die Lüner Firmen Siba (Foto) und Jung wären normalerweise auf der Frankfurter Messe vertreten, die nun aber wegen des Corona-Virus auf Herbst verschoben wurde.

Die Lüner Firmen Siba (Foto) und Jung wären normalerweise auf der Frankfurter Messe vertreten, die nun aber wegen des Corona-Virus auf Herbst verschoben wurde. © Goldstein (A)

Auch die Lüner Firma Siba gehört zu den Unternehmen, die auf der Messe in Frankfurt vertreten sein sollten. „Wir schauen, ob der Nachhol-Termin im September passt, weil in dem Monat noch zwei weitere Messen stattfinden“, so Joachim Skok, für die Messen bei Siba zuständig. Die Lüner Firma hat eine Niederlassung in China, mit der man derzeit telefonisch in Kontakt stehe.

Symptome von Grippe und Corona sind ähnlich

Doch was macht das Corona-Virus so gefährlich? Schließlich ist die Grippe jährlich in Deutschland ein Problem, bei dem es nicht zur Abriegelung von Städten wie derzeit in Italien kommt. Dr. Michael Funke vom Lüner Ärzteverein erklärt dazu: „Dieser Virus gehört zu einer anderen Gruppe als die Grippeviren. Die Basis liegt bei dem vor Jahren aufgetretenen Sars-Virus.“

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Die Symptome seien allerdings ähnlich. Durch das Einatmen gelangen bei der Grippe und beim Corona-Virus die Viren auf direktem Weg in die Lunge. „Das ist das Problem bei beiden Erkrankungen, dass die Betroffenen oft schnell eine Lungenentzündung bekommen“, so Funke.

Dr. Martin Sobottka (v.l.), seine Mutter, Dr. Sigrid Sobottka und Dr. Michael Funke, die in einer Praxis zusammen arbeiten.

Dr. Michael Funke (r.) arbeitet mit Dr. Martin Sobottka (v.l.) und Dr. Sigrid Sobottka in einer Praxis zusammen. © Quiring-Lategahn (A)

Derzeit beginne erst die Forschung in Sachen Corona-Virus und es gibt noch keine Impfung dagegen. „Es scheint jetzt allerdings so zu sein, dass die Infektionsraten des Corona-Virus langsam abnehmen“, sagt der Lüner Mediziner.

Dortmunder Labor kann Tests durchführen

Die Rate der Todesfälle sei im Vergleich zur Grippe auch nicht höher. Bei beiden Erkrankungen sind vor allem ältere Menschen, Kinder, Patienten mit der Lungenkrankheit COPD, Asthmatiker, aber auch Raucher und Menschen mit schweren Vorerkrankungen besonders gefährdet.

Funke nimmt an, nachdem die Erkrankungen jetzt Italien erreicht haben, dass der Bundesgesundheitsminister den Praxen Maßnahmen empfiehlt. Eine gute Nachricht sei, dass nun auch ein Hauptlabor in Dortmund Schnelltests auf Corona durchführen kann. Bislang war das nur in Berlin möglich.

Die Grippewelle 2017/18 ist laut dem Lüner Ärztesprecher in Deutschland sehr viel schlimmer verlaufen. 1,2 Millionen Menschen seien damals auf Grippe getestet worden, 26.500 an der Grippe gestorben: „Das war eine ganz andere Hausnummer.“

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