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Schilder aufgestellt: Platanenallee prägt das Lüner Stadtbild seit den 1930er-Jahren

Tag des Baumes

Für die 118 Platanen an der Münsterstraße gibt es zwei neue Informationsschilder. Zum Tag des Baumes führt man sich in Lünen die Besonderheit der schützenswerten Allee vor Augen.

Lünen

von Nadine Gode

, 25.04.2019 / Lesedauer: 3 min
Schilder aufgestellt: Platanenallee prägt das Lüner Stadtbild seit den 1930er-Jahren

Mit einem der neuen Schilder (v.l.): Silke Lenkeit (Grüne), Arnold Reeker (Technischer Beigeordneter), Ute Ellermann (Quartiersgärtnerin), Astrid Linn (Referentin für Stadtentwicklung), Horst Störmer (Stadtverband für Heimatpflege) © Nadine Gode

In den 1930er-Jahren angelegt, gehört die Platanenallee zum festen Bestandteil der Straßenraumgestaltung im StadtGartenQuartier Münsterstraße, zu dem auch die denkmalgeschützte Viktoriasiedlung gehört. Passend zum Tag des Baumes lud Beigeordneter Arnold Reeker am Donnerstag, 25. April, zur Präsentation der neuen Hinweisschilder an der Münsterstraße, Ecke Am Wüstenknapp und Ecke Dorfstraße ein. „Die Schilder sind ein Hinweis, was für eine Besonderheit wir hier finden“, sagt Reeker. „Man müsste sich mal vorstellen, wie diese Straße ohne die Bäume aussehe“, führt er weiter aus.

Für ihn ist klar: Diese Allee ist 1930 sehr weitsichtig angelegt worden, denn die Vorteile der Platanen seien unverkennbar. Die besonderen Eigenschaften der Baumart erklärte Quartiersgärtnerin Ute Ellermann, denn Straßenbäume in der Größe trügen zum Klimaschutz bei und könnten längerer Trockenheit ausgesetzt werden. „Die Platane ist auch sehr rauchfest, das war zur Zeit der Industrialisierung und des Bergbaus in Lünen relevant“, ergänzte Horst Störmer vom Stadtverband für Heimatpflege.

Sensibilität für das Thema „Bäume“

Ursprünglich stamme die Platane vom Balkan, informierte Störmer. „Jeder Baum, den wir bewusst setzen, ist ein Gewinn“, bekräftigte er. Dass die Sensibilität für das Thema Bäume in den letzten zehn bis zwanzig Jahren glücklicherweise in der Allgemeinheit zugenommen habe, berichtete auch Arnold Reeker.

Schilder aufgestellt: Platanenallee prägt das Lüner Stadtbild seit den 1930er-Jahren

Die Platanenallee an der Münsterstraße. © Nadine Gode

In der Vergangenheit habe er intensive Auseinandersetzungen miterlebt, wenn das Fällen von Bäumen unumgänglich gewesen sei. „Um die 50 Bäume in der Stadt Lünen stehen unter Naturdenkmalschutz beim Katasteramt Unna“, so Störmer. Für den Stadtverband Heimatpflege sei es da eine Herzensangelegenheit, auch Kinder für das Thema zu sensibilisieren: „Meine und unsere Hoffnung ruht auf der nächsten Generation“, fügte Horst Störmer an.

Hoher Schutzstandard für die Allee

Seit 2007 werden Alleen in Nordrhein-Westfalen gesetzlich geschützt, so auch die Platanenallee an der Münsterstraße. Neben ihrer stadtbildprägenden Funktion bietet sie verschiedenen Tierarten einen Lebensraum, sorgt für eine bessere Luftqualität und gilt daher laut Gesetz als „schützenswertes Naturelement“. Wie wichtig die Bundes- und Landesförderung sei, die im Quartier stecke, betonte die Referentin für Stadtentwicklung, Astrid Linn, denn eine Straße ohne Bäume habe kein freundliches Gesicht. Auch die neuen Leuchten konnten mit Förderung finanziert werden.

Frage nach Radwegen

An der Münsterstraße haben die Lüner Grünen ihr Büro. Die Fraktionsgeschäftsführerin Silke Lenkeit fragte, ob denn auch die Radwege erneuert werden. Dazu Astrid Linn: „Da sind wir dran. Für den Radweg werden noch passende Steine gesucht, die nicht durch die Bäume hochgehoben werden können.“Auch die neuen Leuchten konnten so finanziert werden.

In einem Punkt über die Allee sind sich alle Anwesenden einig: „Wir sind froh, dass wir sie haben“.

10.000 Straßen- und 15.000 Parkbäume

Die Gesamtzahl der Straßenbäume ist nach Angaben der Stadt in etwa bei 10.000 Bäumen gleichgeblieben - im Vergleich mit 2017. „Wir sind damit zufrieden, da wir auch die durch Sturm Friederike entstandenen Ausfälle kompensieren mussten“, erklärt Alexander Dziedeck aus der Pressestelle der Stadt. „Jährlich pflanzen wir zwischen 200 und 250 Bäume. Bei den Arten dominieren nach wie vor Ahorn- und Lindensorten. Platanen, Eschen, Ebereschen und Kastanien gehen etwas zurück. Das heißt, dass diese Arten bei Ausfällen nicht in gleicher Art ersetzt werden.“ Wegen ihrer Hitze- und Trockenresistenz nähmen Ulmenhybriden, Schnurbäume, Christusdorn und einige Kirschsorten leicht zu. Die Artenzusammensetzung ändert sich aufgrund der Lebensdauer der Bäume (80 bis 100 Jahre) kaum. Auch bei den Parkbäumen ist die Gesamtzahl mit 15.000 Bäumen im Vergleich zu 2017 gleichgeblieben. Auch hier mussten Ausfälle durch Stürme ausgeglichen werden. Die Artenzusammensetzung bietet ein breites, für Parkanlagen typisches Spektrum. Häufig gepflanzt wurden in den letzten Jahren Amberbäume, Walnüsse, Obstsorten, aber auch Eichen und Buchen.
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