Schimmel und bröckeliger Mörtel: Martin-Luther-Kirche braucht neue Mauer

rnDenkmäler

Alte Gemäuer brauchen Pflege: Nach der Sanierung des Glockenturms der evangelischen Kirche in Brambauer vor sieben Jahren steht an dem denkmalgeschützten Gebäude nun die Sanierung der Außenmauer an.

Brambauer

, 14.08.2020, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schuld ist das seltene Mineral Ettringit, das dafür sorgt, dass sich der Mörtel zwischen den Backsteinen des Kirchen-Mauerwerks unter Feuchtigkeit ausdehnt. Dadurch wurde der Mörtel rissig und Feuchtigkeit drang in die Brambauer Martin-Luther-Kirche. Rechts im Kirchenschiff hat sich auf der Empore schon Schimmel gebildet. „Kein Mensch weiß, warum dieses Treibmineral eingebaut wurde“, sagt Baukirchenmeister Gerd Oldenburg. „Vielleicht ist es ein Abfallprodukt aus dem Bergbau“, vermutet er. Schon einige Jahre zuvor war das selbe Problem im Glockenturm festgestellt worden, sodass der gesamte Dachstuhl 2012/2013 bereits für rund 680.000 Euro saniert worden war.

Denkmalgeschütztes Gebäude erhalten

Und auch zuvor wurden in dem 1909 eingeweihten und seit 1969 denkmalgeschützten Gebäude schon einige Sanierungsarbeiten durchgeführt. „Das bleibt bei einem so alten Gebäude, das all diesen Witterungseinflüssen ausgesetzt ist, nicht aus“, sagt Oldenburg. „So eine Kirche ist ja nie fertig.“ Besonders beeindruckten ihn die Bagger, die 2010 mitten durch das Kirchenschiff rollten, nachdem die Bestuhlung entfernt worden war.

Nun steht also die Sanierung der Außenmauer an. 100.000 Euro veranschlagt Baukirchenmeister Oldenburg (übrigens nicht zu verwechseln mit dem akademischen Beruf des Kirchenbaumeisters) für das ausgesuchte Teilstück an der rechten Außenmauer. In diesem Bereich ist der Mörtel besonders ausgewaschen. „Eigentlich müsste die gesamte Außenmauer rundum gemacht werden“, sagt er, „aber das ist eine Finanzierungsfrage.“ Er selbst sähe es gerne, wenn sich zumindest der rechten Außenmauer insgesamt angenommen würde; die Kosten dafür betrügen 200.000 Euro.

Anträge sind gestellt

Die Anträge auf Zuschüsse sind bereits an die Denkmalbehörde des LWL und den Kirchenkreis Dortmund gestellt. Im September sollen noch die Spendenbriefe an die Gemeindemitglieder rausgehen. Aus diesen drei Quellen wird die Sanierung finanziert. Besondere Hoffnung setzt Oldenburg auf die Spendenbereitschaft letzterer, die schon einmal viel für den Erhalt ihres Gotteshauses gaben. Die Entscheidung, in welchem Umfang saniert werden soll, fällt dann das Presbyterium.

„Diese Kirche muss meiner Meinung nach unbedingt erhalten werden“, so Oldenburg. Spannend findet er Konzepte, Kirchen unter der Woche als Konferenz- oder Konzerträume zu vermieten. Dann seien auch die Sanierungsarbeiten finanziell kein Problem mehr. Der Gedanke werde im Kreissynodenvorstand durchaus diskutiert. „Nach der Renovierung des Dachstuhls, für die 260.000 Euro veranschlagt waren und die letztlich 680.000 Euro kostete, sind wir nämlich ziemlich pleite“, sagt Oldenburg.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt