Schlechte Ernten: Lüner Biogasanlage verarbeitet nicht mehr nur Mais, sondern auch Roggen

Energieerzeugung

Biogasanlagen dienen der umweltfreundlichen Stromerzeugung. Das geschieht üblicherweise mit Mais. Die Stadtwerke testen jetzt etwas Neues.

Lünen

, 24.07.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schlechte Ernten: Lüner Biogasanlage verarbeitet nicht mehr nur Mais, sondern auch Roggen

Die Biogasanlage der Stadtwerke am Stadthafen. © Foto Goldstein

Die Stadtwerke Lünen haben jetzt auf Anfrage die Informationen dieser Redaktion bestätigt, wonach in der Biogasanlage am Stadthafen nicht mehr nur Mais zur Energieerzeugung verwendet wird, sondern mittlerweile auch Roggen. Das liege an der schlechten Maisernte im letzten Jahr, teilte Stadtwerke-Sprecherin Jasmin Teuteberg dazu mit.

Die Kritik, damit würden Lebensmittel für die Stromerzeugung genutzt, die anderswo dringender benötigt werden, weist Teuteberg jedoch zurück: „Dabei handelt es sich ausschließlich um Futtermittel“, so die Sprecherin der Stadtwerke. Der Roggen sei nicht aus dem Ausland nach Lünen gekommen, sondern per Lkw aus dem Inland hierher gebracht worden.

Noch ist das nur ein Test

Noch ist aber nicht klar, ob sich der Roggen tatsächlich als Ersatzsubstrat eignet. Das werde momentan getestet. Falls ja, würden größere Mengen per Schiff über die Wasserwege nach Lünen bestellt.

Die Biogasanlage wird von einer Tochterfirma der Stadtwerke, der Bioenergie Lünen, betrieben und ist seit 2009 in Betrieb. Aus der Biomasse, also Mais oder jetzt auch Roggen, wird dort Biogas gewonnen, das über ein Leitungsnetz zu den Stadtwerke-Blockheizkraftwerken im Stadtgebiet transportiert wird.

Nach Angaben der Stadtwerke kann mit dem dort produzierten Strom der Bedarf von 6000 Haushalten in einem Zeitraum von einem Jahr gedeckt werden.

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