Schmierereien im Bahnhofsgebäude: Zeugin sagt, Täter hätten sich mit Alkohol aufgeputscht

Bahnhof Preußen

Schmierereien am Preußenbahnhof sorgen für Empörung. Eine Zeugin ist sich sicher, die Täter am Abend vorher gesehen zu haben. Die hätten dort Musik gehört und sich mit Alkohol aufgeputscht.

Horstmar

, 11.02.2019, 15:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schmierereien im Bahnhofsgebäude: Zeugin sagt, Täter hätten sich mit Alkohol aufgeputscht

Der Bahnhof Preußen ist in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar beschmiert worden. Eine Zeugin ist sich sicher, die Täter gesehen zu haben. © Magdalene Quiring-Lategahn

Rote Becher hätten eine Gruppe von fünf bis sieben jungen Männern zwischen 17 und 21 Jahren am Freitagabend (8.2.) im Bahnhof in der Hand gehabt und Alkohol getrunken. Als am Samstagmorgen die Beschädigungen im Bahnhof bemerkt wurden, lagen genau diese Becher herum. „Es sah chaotisch aus. Das waren die hundertprozentig“, ist sich die Zeugin sicher, „alles, was sie hinterlassen hatten, passte.“

„Das war eine andere Klientel als sonst im Bahnhof“

Die Zeugin glaubt auch, dass mehr Menschen die Jugendlichen gesehen haben müssen. Es seien noch Leute mit Zügen angekommen. Die Mitglieder der Gruppe seien top gekleidet gewesen. „Das war eine andere Klientel als die, die sich schon mal im Bahnhof aufhält.“

Wie berichtet, hatte eine Mitarbeiterin der Bäckerei Kanne am Samstagmorgen (9.2.) bei Dienstbeginn die Schmierereien gesehen. Mit Farbe waren Schaufensterscheiben, Wände und Aufgänge zum Bahnsteig besprüht worden. Granulat, das zum Streuen bei Glatteis verwandt wird, lag verteilt herum. Decken der Bäckerei Kanne seien beschmutzt worden. Zudem seien teure Wandplatten herausgerissen worden.

Die Polizei war am Samstag um 6.45 Uhr vor Ort. Es ist Anzeige gegen unbekannt wegen Sachbeschädigung erstattet worden, wie die Pressestelle der Polizei auf Anfrage mitteilte. Die Polizei sucht weitere Zeugen. Sie können sich unter Tel. (0231) 132 7441 melden.

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Schmierereien und Zerstörung sind leider ein häufiges Bild am Preußenbahnhof. Der Aufzug war dadurch häufig defekt. Die Deutsche Bahn spricht von „einem Sorgenkind“. Der aktuelle Vandalismus werde gerade aufgenommen. Im gesamten Jahr 2018 sei am Bahnhof Preußen ein Schaden im hohen fünfstelligen Bereich entstanden, erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage. Genauer konnte er es nicht beziffern. Für einen Bahnhof dieser Größe sei das aber schon „eine Hausnummer“.

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Insgesamt seien an allen Bahnhöfen in NRW im vergangenen Jahr Schäden in Höhe von 2,8 Millionen Euro durch Vandalismus und Graffiti entstanden. „Geld, das wir lieber woanders investieren würden“, so der Sprecher.

Er sagte zu, dass am Bahnhof Preußen noch im Februar die Schäden beseitigt würden. „Das ist wetterabhängig, weil bei gewissen Temperaturen Graffiti nicht entfernt werden können.“

Im März 2018 lag der Schaden bei 10.000 Euro

Anfang Januar und im März 2018 hatten Jugendliche dort ihr Unwesen getrieben. Scheiben waren zerschlagen und Wände beschmiert worden. Allein der Schaden im März lag bei 10.000 Euro. „Putzt ruhig, bringt nur nix, wir kommen wieder“, stand unter anderem auf den Wänden.

Vier Kinder und ein Jugendlicher seien damals ermittelt worden. Das heißt aber nicht, dass es auch zu Verurteilungen kommt. In größeren Gruppen sei die Zuordnung schwierig, sagte seinerzeit die Staatsanwaltschaft.

Für die Tat im Januar konnte kein Täter dingfest gemacht werden, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. Zu dem Fall im März konnte sie sich nicht äußern. Ohne Aktenzeichen ist die Recherche nicht möglich.

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