Schock im Gehege: Hündin hat mehrere Hühner in Brambauer getötet

rnAnzeige erstattet

17 Hühner hält Seyhan Dogan. Jetzt ist er schockiert: „Ein Hund hat fünf meiner Hühner getötet und eins verletzt“, sagt er. Die Polizei war da - und kann die Aussage nicht ganz bestätigen.

Brambauer

, 16.06.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit vier Jahren scharren Hühner auf dem Grundstück an der Elsa-Brändström-Straße in Brambauer. Viele hat Seyhan Dogan (43) selbst groß gezogen. Genauso lange läuft Charmina, eine Rhodesian Ridgeback-Hündin, auf dem Nachbargrundstück frei herum. Man kennt sich. Charmina ist mit acht Jahren schon älter. Am Mittwoch (10.6.) sei Seyhan Dogan in der Scheune gewesen, als das für alle Beteiligten Unfassbare passierte: Charmina gelangte auf den Hühnerhof. Danach gab es tote Tiere. „Das sah schlimm aus. Die Tiere taten mir leid“, berichtet Seyhan Dogan. Er habe die Polizei gerufen. Ein Beamter hätte eins der schwer verletzten Tiere erlöst. „Ich kann das gar nicht. Ich habe noch nie ein Huhn geschlachtet.“

Hundehalterin will Schaden ersetzen

Jetzt habe Seyhan Dogan acht kleine Küken zu versorgen, deren Mutter nach der Hundeattacke verendet seien. „Ich hoffe, dass sie das schaffen“. Seyhan Dogan möchte das Problem öffentlich machen. Er findet, der Hundehalter müsse besser auf sein Tier aufpassen. Charmina gehört Nicole L.. Sie kann sich den Vorfall nicht erklären. Bisher sei noch nie etwas passiert. „Das tut mir fürchterlich leid“, sagt sie, „ich komme für den materiellen Schaden auf.“ Auf dem Privatgrundstück, auf dem die Familie eine Halle gemietet hat, dürfe Charmina frei herumlaufen. Ansonsten sei sie in der Brut- und Setzzeit grundsätzlich an der Leine. Wie es genau zu dem Vorfall auf dem Hühnerhof gekommen sei, habe keiner gesehen.

Tiere gelten rechtlich als Sachen

Die Polizei spricht von vier toten Hühnern. Es liege eine Strafanzeige vor. Juristisch müsse geklärt werden, inwiefern ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz sowie eine Sachbeschädigung vorliegt, da Tiere rechtlich als Sachen gelten. Es komme durchaus öfter vor, dass Hunde andere Tiere angreifen. Gerade bei Hühnern spiele der Jagdtrieb von Hunden eine Rolle. Bei diesem Sachverhalt gehe es um zivilrechtliche Ansprüche.

Das Ordnungsamt ist von der Polizei informiert worden. Stadtsprecher Benedikt Spangardt erklärt auf Anfrage, dass die Stadt ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstoß gegen das Landeshundegesetz (LHundG) einleite. Nach Paragraph 2 LHundG seien Hunde „so zu halten, zu führen und zu beaufsichtigen, dass von ihnen keine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Menschen oder Tieren ausgeht“.

Vorläufige Maulkorbpflicht

Die Stadt werde die Halterin zu dem Vorfall anhören. Sie müsse mit einem Bußgeld rechnen. Außerdem leite die Stadt den Fall an das Kreisveterinäramt weiter. Das prüft, ob der Hund als gefährlich einzustufen ist. Bis zum Abschluss der Prüfung werde das Ordnungsamt eine vorläufige Maulkorbpflicht anordnen.

Lesen Sie jetzt