Schulen dürfen zwischen Musik und Tanz wählen

Aus Jeki wird Jekits

Auch in Lünen wird ab dem neuen Schuljahr das Musikförder-Programm "Jeki" auf "Jekits" umgestellt. Für die betroffenen Grundschulkinder hat diese Umstellung einen großen Vorteil - aber auch einen nicht unerheblichen Haken.

LÜNEN

, 06.03.2015, 06:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schulen dürfen zwischen Musik und Tanz wählen

Beim Jeki-Nachfolger »Jekits« dürfen die Grundschulen ab dem nächsten Schuljahr wählen, ob die Kinder singen, tanzen oder ein Instrument erlernen.

Aus Jeki (Jedem Kind ein Instrument) wird ab dem neuen Schuljahr Jekits (Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen). Der Ausschuss für Kultur und Europaangelegenheiten empfahl dem Rat einstimmig, dass sich Lünen an dem Projekt beteiligen soll.

Zuvor hatte Musikschulleiter Frank Fischer die Unterschiede und auch die Kosten von Jeki und Jekits ausführlich vorgestellt. Die beiden größten Unterschiede sind:

  • Die Schulen können sich jetzt zwischen Instrumentalunterricht und Unterricht in Tanzen oder Singen entscheiden. Bislang lernten alle Kinder bei Jeki Instrumente.
  • Das Projekt Jekits ist nur für die Klassen eins und zwei gedacht. Jeki lief über alle vier Grundschuljahre.

Das bedauerte Silke Lenkeit (Bündnis 90/Die Grünen). Für die Dritt- und Viertklässler müsse man sich neue Angebote und Möglichkeiten überlegen, so Fischer. Um ein solches Konzept zu erarbeiten, habe man jetzt zwei Jahre Zeit. Die bisherigen Jeki-Kinder werden wie geplant die vier Jahre absolvieren. Die Erstklässler, die ab 2015/16 mit Jekits beginnen, bekommen zwei Jahre Unterricht. Wenn sie (und ihre Eltern) nach dem ersten Schuljahr weitermachen wollen. Fischer: „Erfahrungsgemäß macht rund die Hälfte der Kinder weiter.“

Transferleistungen für rund 30 Prozent

Etwa 30 Prozent der Kinder, die derzeit Jeki mitmachen, bekommen Transferleistungen. Damit auch diese Kinder, deren Familie Hartz IV bezieht, nach Ende des Jekits-Projekt weiter musizieren können, gibt es 50 Prozent Sozialermäßigung für den Musikschulunterricht. Fischer: „Wenn man dann noch den Bildungs- und Teilhabegutschein einsetzt, liegen die monatlichen Kosten für den Unterricht pro Kind bei etwa sieben Euro.“ Allerdings müsse die Politik entscheiden, ob sie das so will, denn natürlich bedeute das bei jedem Kind aus Hartz-IV-Familien auch 50 Prozent Einnahmen-Verlust.

Annette Droege-Middel (CDU) regte Überlegungen an, Musikschulunterricht nach den beiden Jekits-Jahren für die Dritt- und Viertklässler durchaus in den Grundschulen anzubieten. Da, wo es die Kinder bereits durch Jekits gewohnt seien.

Kommunen und Grundschulen müssen sich alle zwei Jahre neu für Jekits bewerben. Bei jeder Bewerbung können sich die Schulen dann wieder neu für Instrumentalunterricht, Singen oder Tanzen als Schwerpunkt entscheiden.

Lesen Sie jetzt