Schulleiter kritisieren falsche Zahlen und Kalkulationen

Schulentwicklungsplan

Es ist eine Sammlung aus Zahlen und Fakten, die Brisanz birgt: Der Schulentwicklungsplan legt fest, wie sich die Lüner Schullandschaft bis 2016 entwickeln könnte.

LÜNEN

von Von Peter Fiedler

, 28.01.2011, 06:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ewald Eckers, Schulleiter der Hauptschule Wethmar, kritisiert die falschen Zahlen im Schulentwicklungsplan.

Ewald Eckers, Schulleiter der Hauptschule Wethmar, kritisiert die falschen Zahlen im Schulentwicklungsplan.

Für die Schule eine Überlebensfrage: Denn nach geltender politischer Beschlusslage ist die Existenz der Hauptschulen nur gesichert, wenn sie ab Klasse 7 mindestens 36 Schüler nachweisen. Der Plan fordere deshalb eine Schließung der Schule binnen der nächsten fünf Jahre. Auch Reinhold Bauhus, Leiter der Achenbach-Hauptschule in Brambauer, hält seine Schule in Zukunft für lebensfähig – in Eigenständigkeit. Ein Vorschlag des Entwicklungsplan-Entwurfs, die Schule könne als Dependance (Filiale) der Heinrich-Bußmann-Schule geführt werden, sei nach Rücksprache mit dem Schuldezernenten bereits vom Tisch. Ulrike Kleber, Leiterin der Heinrich-Bußmann-Schule, hat dagegen keine Existenzsorgen um ihre Schule: „Wir haben einen guten Ruf, wir haben guten Zulauf“, betont Kleber.

Korrekturbedarf am Schulentwicklungsplan wird auch die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule anmelden. Die Prognose, so Schulleiter Ulrich Vomhof, gehe davon aus, dass seine Schule ab dem Schuljahr 2012/13 von der Fünf- in die Vierzügigkeit übergeht. Die Schule nehme jedoch nicht nur Mädchen und Jungen aus Lünen, sondern auch aus den nördlichen Dortmunder Stadtteilen auf. Daher sei eine Fortführung der Fünfzügigkeit wahrscheinlich. Dr. Jürgen Czischke, Leiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, war vom Entwurf des Schulentwicklungsplans „sehr überrascht“. Der gehe von 92 Schülerinnen und Schülern in Klasse fünf aus. 150 Anmeldungen hätten zum vergangenen Schuljahr vorgelegen, „deutlich mehr, als wir verkraften konnten. Wir mussten abweisen.“ Auch in Zukunft, glaubt Czischke, werde das Gymnasium vier Eingangsklassen bilden. Mit einer Prognose von über 170 Schülern in Klasse fünf habe der Plan-Entwurf für das Gymnasium Altlünen zu hoch gegriffen, sagt Leiter Dr. Norbert Ingler. Er rechne damit, dass man sich bei etwa 120 Mädchen und Jungen einpendeln werde. Von den Raumkapazitäten sei es aber auch möglich, fünfgleisig zu fahren. Alle drei Lüner Realschulen würden auch künftig dreizügig geführt, sagte Juliane Bräuer, Leiterin der Ludwig-Uhland-Realschule.

Trotz sinkender Schulanfänger-Zahlen, ist laut Planentwurf kein Grundschulstandort gefährdet, erklärte Udo Herrmann für den Sprecherkreis der Grundschulleiter. Bei sinkenden Schülerzahlen könnten zwar „Begehrlichkeiten aufkommen, bestimmte Bereiche zu schließen“, so Herrmann. Doch er warnt davor, den künftigen Raumbedarf der Grundschulen zu unterschätzen. So kämen zum Beispiel mit der Inklusion, also der Integration z.B. behinderter Kinder, riesige Herausforderungen auf die Schulen zu, auch räumlich.

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