Kleingärten

Schulungen starten wieder: Junge Leute interessieren sich für Gärten

Gärtnern ist wieder ein beliebtes Hobby. Rund 800 bis 1000 Männer und Frauen lassen sich pro Jahr beim Landesverband der Kleingärtner in Horstmar schulen und weiterbilden. Nun geht`s wieder los.
Naturnahe Gärten in der Kleingartenanalge: Wie so etwas geht, zeigen Schulungen beim Landesverband. © dpa

Viele junge Leute zeigen Interesse an einem Garten, aber viele wissen nicht, wie sie damit umgehen müssen. „Sie sind spatenfern aufgewachsen“, weiß Werner Heidemann, Geschäftsführer des Landesverbands Westfalen und Lippe der Kleingärtner, der seinen Sitz in Horstmar hat. Daraus könne man den jungen Leuten auch keinen Vorwurf machen. Wer in einer Mietwohnung in der Stadt aufgewachsen sei, der könne vieles gar nicht wissen, was mit gärtnern, pflanzen, ernten und pflegen zu tun habe.

Sehnsucht nach einem Garten ist da

Doch das Landleben oder zumindest ein naturnahes Umfeld locken in die Kleingartenanlagen. Gerade Corona habe gezeigt, so Heidemann, „dass die Menschen einen Ort für sich brauchen, wo man noch Luft holen und gut Abstand zu anderen wahren kann. Da wird dann der Fliederduft geatmet und die eigenen Tomaten angebaut. Die Sehnsucht der Menschen nach einem Garten ist da.“

Wer dann Mitglied in einem Kleingartenverein wird, kann das zum Gärtnern benötigte Wissen beim Landesverband erwerben. Schnupperkurse, Tageslehrgänge und Wissenswertes für Gartenanfänger und auch Spezialisten locken. Es gibt Weiterbidungen zu Fachberatern in Sachen Gartenökologie, aber auch Schulungen zu Vereinsmangement oder Pacht-Zahlungen: Der Landesverband behandelt nahezu alle Themen, die in Kleingartenvereinen eine Rolle spielen.

Jetzt starten wieder neue Kurse

Im Juli starten diese Kurse nun wieder, unter Corona-Bedingungen, aber immerhin. In den Tagesseminaren geht es um Themen ums Vereinsleben, den naturnahen Garten mit Bienenhaltung, um Pflanzen- oder Gartengerätekunde. In erster Linie richten sich die Seminar an Mitglieder von Kleingartenvereinen. Aber der Verband vermietet die Räumlichkeiten auf dem LaGaLü-Gelände auch beispielsweise an die Naturschutzakademie.

Dann sind dort fremde Angebote zu finden. Schulgärtner werden fortgebildet oder Bio-Lehrer. „Da nutzen wir schon den Synergieeffekt“, sagt Heidemann. Urban Gardening sei auch für Stadtverwaltungen ein Thema, daher würde man regelmäßig auch nicht nur die städtischen Mitarbeiter, die sich um das Kleingartenwesen kümmern, schulen, sondern auch andere Verwaltungsmitarbeiter.

70 Prozent der Kleingärtner sind jünger als 60

Die Zeiten, in denen Kleingartenvereine en gros Angst vor dem Aussterben hatten, sind vorbei. Dass es an Nachwuchs nicht mangelt, belegen auch die Teilnehmer-Statistiken. Bei der Geschlechterverteilung ist laut Geschäftsführer Heidemann fast eine Parität.

Doch den enormen Wechsel gibt es beim Alter: Im Jahr 2011 waren noch 60 Prozent der Teilnehmer älter als 60 Jahre, im Jahr 2019, vor Corona, waren es nur noch 29 Prozent. Denn seit 2011 hat sich die Zahl der Unter-40-Jährigen nahezu vervierfacht.