Einen Zeugen-Marathon plant das Gericht im Prozess um Schwarzlohn. © Foto: dpa
Landgericht Bochum

Schwarzlohn-Prozess: Auslandszeuge jetzt wohl doch im Anflug

Kehrtwende im Schwarzlohn-Prozess gegen einen Bauarbeiter aus Lünen: Ein wichtiger Zeuge hat entgegen einer ersten Absage nun doch signalisiert, für eine Befragung aus Israel einzufliegen.

Im „Schwarzlohn-Prozess“ gegen einen Bauarbeiter (50) aus Lünen will ein Zeuge aus Israel voraussichtlich nun doch nach Deutschland reisen – ursprünglich war eine Videovernehmung ins Auge gefasst worden.

Zuletzt war im Prozess vor der 6. Wirtschaftsstrafkammer noch eine Notiz über ein Telefongespräch mit dem Anwalt des Israelis verlesen worden, in der zwar eine Zeugenaussage angeboten wird, allerdings explizit ohne die Bereitschaft des potenziellen Zeugen, dafür extra nach Deutschland zu reisen.

Jetzt wurde bekannt, dass der Mann nun doch eine Flugreise auf sich nehmen will, um im Prozess als Zeuge zur Verfügung zu stehen. Die Bochumer Richter haben auch bereits signalisiert, dass die anfallenden Kosten für die Flüge und zwei Übernachtungen übernommen werden.

Richter legen gößten Wert auf Zeugenaussage

Der Israeli gehörte scheinbar zu einer Gruppe um einen Verdächtigen aus dem Rheinland, der mit verkauften Scheinrechnungen ein Schwarzlohn-Modell betrieben haben soll. Richter Rehaag hatte zuletzt bereits erklärt: „Die Kammer legt größten Wert auf die Aussage des Mannes aus Israel.“ Schnellstmöglich soll nun ein Termin für die Zeugenaussage vereinbart werden.

Laut Anklage soll der Lüner gemeinsam mit seinem mitangeklagten Ex-Firmenchef aus Witten ein illegales Schwarzlohn-System mit einem Millionenschaden eingerichtet haben.