Landgericht Bochum

Schwarzlohn-Prozess: Neue Beweise könnten Druck auf Lüner erhöhen

Im „Schwarzlohn-Prozess“ gegen einen Bauarbeiter aus Lünen wollen die Richter nun wohl eine Liste von mutmaßlichen Tagelöhnern abarbeiten. Ein Prozessende rückt erstmal etwas in die Ferne.

Das Urteil im Prozess um Schwarzlöhne und Steuerhinterziehung gegen einen Bauarbeiter (50) aus Lünen fällt voraussichtlich nicht vor Ende Oktober. Der Fund einer Liste könnte den Druck auf die schweigenden Angeklagten erhöhen.

Wie jetzt im Prozess vor der 6. Wirtschaftsstrafkammer am Bochumer Landgericht bekannt wurde, sollen an einer der mutmaßlichen Schwarzarbeits-Baustellen, einem Stahlwerk in Düsseldorf, an der Pforte nämlich stets die Namen der das Gelände befahrenen Arbeiter notiert worden sein. Über die auf der Liste ebenfalls schriftlich festgehaltenen Kennzeichen der Pkw und einen Halterabgleich verdichteten sich jetzt Hinweise, dass die von den mutmaßlichen Schwarzarbeitern beim Befahren der Baustelle verwendeten Fahrzeuge allesamt von dem mitangeklagten Ex-Bauunternehmer zur Verfügung gestellt worden sind.

Der angeklagte Lüner und der Mitangeklagte aus Witten schweigen in dem schon seit Monaten laufenden Verfahren zu den Vorwürfen. Zahlreiche zuletzt geladene Zeugen wollten sich angeblich an so gut wie nichts mehr erinnern können. Zurzeit bemühen sich die Richter noch um die Vernehmung eines mutmaßlichen Belastungszeugen aus Israel.

Laut Anklage soll der Lüner gemeinsam mit seinem mitangeklagten Ex-Firmenchef aus Witten ein illegales Schwarzlohn-System mit einem Schaden von drei Millionen Euro eingerichtet haben.