Seepark Horstmar: Grillverbot, mehr Kontrollen und neue Parkplätze geplant

rnPläne für den Horstmarer See

Ein „weiter so“ ist im Seepark Horstmar nicht angezeigt. So deutliche Worte findet die Stadt für die Situation vor Ort. Es gibt auch schon konkrete Vorschläge, wie es besser werden soll.

Horstmar

, 12.03.2019, 16:59 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Liste an Problemen im und rund um den Seepark ist lang: Menschen fühlen sich unsicher, es gibt vereinzelt schwere Gewalt, es gibt Lärm, es gibt Park-Probleme, es gibt Vandalismus und viel Müll.

Die Stadt will diesen Problemen entgegentreten - mit ganz konkreten Maßnahmen, die teilweise schon 2019 greifen sollen. Das geht aus umfangreichen Unterlagen hervor, die im Ausschuss für Stadtentwicklung (26.3.) besprochen und im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung (28.3.) beschlossen werden sollen. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Komplettes Grillverbot im Seepark in 2019

Das Grillen, hat die Verwaltung analysiert, ist eines der Hauptprobleme im Seepark. Ähnliche Angebote gibt es in der Umgebung kaum, und: „Probleme wie (...) große (und oft laute) Gruppen im Park, Parksuchverkehre, Falsch-Parker, Verschmutzung und Vandalismus hängen offenbar eng mit dem Angebot der öffentlichen und kostenlos nutzbaren Grillwiese zusammen.“

Bürgerdialog

Stadt diskutiert mit den Anwohnern

Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns und der Technische Beigeordnete Arnold Reeker wollen am Samstag, 16. März, gemeinsam mit Bürgern über die Zukunft des Seeparks in Horstmar diskutieren. Besonders die Anwohner sind dazu eingeladen. Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr, die Vertreter der Stadtverwaltung werden bis etwa 14 Uhr vor Ort sein. Außerdem will die Stadt künftige Maßnahmen rund um das Gebiet des Seeparks vorstellen .Der Bürgerdialog findet im Osten des Parks in der Nähe der Kita „Seepark-Zwerge“ statt, etwa dort, wo der Schwansbeller Weg vom Baukelweg abzweigt. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
  • Die Stadt teilt am Freitag (15.3.) März mit, dass aufgrund der schlechten Witterung der Ort des Treffens verlegt wurde: Das Treffen findet zwischen 11 und 14 Uhr im Vereinsheim des Fischereivereins, Baukelweg 13, statt.

Die Konsequenz: Die Stadt will, wenn der Ausschuss dem zustimmt, das Grillen im gesamten Seepark verbieten. Lediglich im Apothekergarten könnten angemeldete Gruppen dann noch kostenpflichtig grillen. Zur Umsetzung muss es neue Schilder geben, außerdem Kontrollen an den Eingängen und im Seepark.

2019 soll dafür ein Testjahr sein, ab 2020 könnte das Grillen eingeschränkt auf bestimmten vorgesehenen Flächen wieder erlaubt werden.

Konsequentes Abschleppen von Falschparkern

Weil die vorgesehenen Parkplätze nicht ausreichen, weichen viele Besucher verbotenerweise in die angrenzenden Wohnquartiere aus - sehr zum Ärger der Anwohner. Solche Verstöße „konnten im vergangenen Jahr nicht im erforderlichen Umfang aufgegriffen und geahndet werden“, heißt es in den Unterlagen.

Die Stadt müsse mehr Personal einsetzen, außerdem „Prävention durch konsequentes Abschleppen“ erzeugen. Das allerdings verlange mehr Personal, sodass an Sommertagen „die Überwachung des ruhenden Verkehrs im restlichen Stadtgebiet allenfalls sporadisch erfolgen“ könnte. Diese Schwerpunktbildung sei aber nötig.

Saisonales Glas- und Shisha- und Drohnen-Verbot auf dem gesamten Seepark-Gelände

Wie das Grillverbot, will die Stadt das über eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen. Die Gründe dafür führt die Stadt in den Vorlagen nicht näher aus.

Mehr Sicherheit und Kontrolle auch im Umfeld des Seeparks

Dafür, schreibt die Stadt, müssten Sicherheitskräfte auch außerhalb des Parks mehr Präsenz zeigen. Das könnten ebenfalls Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes übernehmen, heißt es. Im Übrigen soll am Konzept mit dem privaten Sicherheitsdienst übrigens nicht gerüttelt werden. Das Unternehmen habe je nach Bedarf zwei bis acht Mitarbeiter im Einsatz, das System habe sich bewährt. Auch die Ordnungspartner (Polizeibeamte/Mitarbeiter der Stadt) sollen im Seepark eingesetzt werden, erklärte Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Nachfrage. Allerdings sei ihre Zahl begrenzt und deswegen eine ständige Präsenz im Seepark nicht möglich.

Neue öffentliche Toiletten

Wer im Park mal muss, hat ein Problem. Die eine öffentliche Toilettenanlage kann häufig nicht genutzt werden - Stichwort Vandalismus. Die Toilette am Seekiosk ist Kunden vorbehalten und nur geöffnet, wenn der Kiosk auch geöffnet ist. Ein Toilettenwagen schafft Abhilfe, für den müsste die Stadt wohl 3000 Euro in die Hand nehmen.

Seepark Horstmar: Grillverbot, mehr Kontrollen und neue Parkplätze geplant

Im vergangenen Jahr war die Toilette im Seepark lange geschlossen. © Magdalene Quiring-Lategahn

Neue und bessere Beleuchtung

Die Dunkelheit, vor allem am Schwansbeller Weg und auf der Verbindung zum Preußenhafen, sorgt für Unsicherheit. „Nachrüstung und Ausweitung der Beleuchtung“ könnte das verbessern, meint die Stadt.

Mittelfristige Maßnahmen: Parkplätze und Gastronomie

In 2020 könnten neue Parkplätze im Seepark-Umfeld entstehen. Dafür muss die Verwaltung, bei entsprechendem Votum, mögliche Flächen aber erst finden und prüfen. In puncto Gastronomie ist eine Option, dass die Stadt den Seekiosk kauft und ihn dann gemeinsam mit Pächter und Betreiber erweitert. Biergarten, ganzjährige Öffnung, große Terrasse - das „könnte ein neues und attraktives Angebot für Radfahrer und Fußgänger“ werden und würde obendrein zur „sozialen Kontrolle in den Abendstunden beitragen“.

Was sagen betroffene Anwohner zu den Plänen?

„Sinnvolle Versuche“ seien das, findet Monika Rautert. „Irgendwo muss man ja anfangen.“ Sie lebt schon viele Jahre im Umfeld des Seeparks und hat mitbekommen, wie es Jahr für Jahr schwieriger geworden ist. Ob es tatsächlich etwas bringt, vermehrt Autos abzuschleppen, bezweifelt sie aber. Die Knöllchen jedenfalls hätten niemanden abgeschreckt. Und neue Parkplätze müssten im direkten See-Umfeld gebaut werden - weil die Seepark-Besucher sonst trotzdem auf den Anwohnerplätzen parken würden.

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