Seepark Horstmar: Park-Chaos verschiebt sich nur, Uneinigkeit über Grillverbot

rnBesuch vor Ort

Nachdem SPD und Grüne das absolute Grillverbot im Seepark Horstmar verhindert haben, wollte die Stadt dem Chaos mit Sperrungen vorbeugen. Mit mäßigem Erfolg, wie ein Besuch am Montag zeigt.

von Sina Osterholt

Horstmar

, 22.04.2019, 17:49 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Stadt plante ein Grillverbot zur Aufwertung der Naherholungsfläche Seepark Horstmar und zur Beseitigung des Parkchaos im Umfeld - kam damit aber politisch nicht durch. Deshalb sperrten mobile Barrieren am Osterwochenende, vom 19. bis zum 22. April, die Zufahrten in die angrenzenden Wohngebiete.

So wollte die Stadt sicherstellen, dass wenigstens die Anwohner kein Parkplatzproblem haben.

Ein erster Schritt in die richtige Richtung

Trotzdem war das Chaos damit nicht beseitigt - es hat sich nur verschoben. In der Schlegelstraße - auf der südlichen Seite der Preußenstraße - standen unter anderem viele Autos auf den Gehwegen und sogar auf Hofeinfahrten. „Irgendwo müssen die Besucher ja parken“, begründete Anwohnerin Pia Kiesenberg die Situation. Gegen diese Unordnung müsse die Stadt dringend etwas unternehmen. Die Kontrolle von einem Sicherheitsdienst am Osterwochenende sei jedoch schon ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen.

Der Osterdienst erzeugte bei einigen Anwohnern ein sichereres Gefühl: „Es gab keine Spinner mehr, die falsch durch die Einbahnstraße fahrern, wenn mein Kind dort spielt“, kommentierte Denis Collet unter anderem auf eine Facebook-Umfrage dieser Redaktion.

Auch manchen Besucher hat es nicht gestört, einen etwa 15-minütigen Fußweg von den Parkplätzen zum Seepark in Kauf zu nehmen. „Die Anwohner haben nunmal hier die oberste Priorität und das sollten wir Besucher auch akzeptieren“, sagte Ralf Hüsemann. Bei dem guten Wetter solle man so einen kleinen Spaziergang besser genießen.

Im Seepark war am Montag auch ein Auszubildender der Lüner Stadtverwaltung. Er befürwortet die kurzfristige Parkplatzlösung an dem sonnigen Osterwochenende: „Die Sperrung war eine richtige Entscheidung, damit erst einmal Ruhe bei den Anwohnern einkehrt - trotzdem dürfen wir als Stadt das eigentliche Problem, die fehlenden Parkmöglichkeiten, nicht vergessen.“

Mehr als nur ein Parkplatzproblem

Das Parken ist aber nicht das einzige Problem am Seepark. Immer wieder beschweren sich Anwohner und Besucher auch über den Müll. Ein Problem, das die Stadt ebenfalls durch ein absolutes Grillverbot lösen wollte.

Schon im letzten Sommer habe ein akutes Grillverbot, das aufgrund von Brandgefahr galt, zu mehr Ordnung am Seepark geführt, so die Stadt Lünen.

Der Stadt-Azubi ist sich sicher, dass die scheinbare Ordnung nur entstand, weil weniger Besucher kamen. Die Grillwiese ziehe seiner Meinung nach deutlich mehr Besucher an. Mehr Besucher bedeute eben auch mehr Müll.

„Es wäre sehr schade, wenn Lünen den größten Anziehungspunkt für Touristen sperren würde“, sagt er. Er selbst reist auch jedes Jahr mehr als 40 Kilometer an, um mit der Familie im Seepark grillen zu können.

Es gebe genug andere Wege um Ordnung zu schaffen. Vielleicht sei die Kontrolle durch das Ordnungsamt eine Idee, um den Besuchern wieder mehr Respekt vor der Natur zu geben, ergänzt sein Vater.

Besucher fordern Kontrolle

Auch Anwohnerin Pia Kiesenberg ist überzeugt davon, dass die Rücksichtslosigkeit der Menschen die Ursache für die Müllberge ist. Ein Grillverbot hingegen würde ihrer Meinung nach nichts bringen: „Der Müll entsteht auch, wenn nicht gegrillt wird“. Chipstüten, Pizzakartons und andere Verpackungen seien ebenso ursächlich für den Chaos im „Müllpark“, wie sie ihn nennt. Die Stadt solle künftig eher für mehr Kontrolle und mehr Müllleimer sorgen, statt sich Verbote zu überlegen.

Doch nicht jeder Besucher ist unordentlich: der 60 jährige Dortmunder Ralf Hüsemann grillt regelmäßig mit seiner Familie im Seepark und nimmt den produzierten Müll in großen Plastiksäcken auch wieder mit nach Hause.

„Es ist ärgerlich, dass einige das Erholungsgebiet nicht zu schätzen wissen und davon ausgehen, dass andere den Müll schon für die entsorgen“, sagt Hüsemann. Da könne die Stadt dann auch nicht mehr viel machen. Das Grillverbot ab 18 Uhr kann der Dortmunder allerdings nachvollziehen, da richtige Grillpartys nicht im Sinne eines Erholungsgebietes wären.

Auch Ulrike Sommerfeld findet ein absolutes Grillverbot falsch: „Wenn sich die Besucher über das Grillen aufregen, können diese sich doch auch einfach weglegen.“ Deshalb gebe es doch extra den abgetrennten Bereich. Die 34-jährige Mutter liegt sogar gerne mit ihrem Sohn im Grillbereich.

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