Sexuelle Nötigung: 23-Jähriger muss in geschlossene Psychatrie

Gerichtsurteil

Auf unbestimmte Zeit muss ein 23-Jähriger in die geschlossene Psychatrie. Nach einem schlimmen Vorfall in der AWO-Wohnstätte Lünen-Süd wurde der Ex-Bewohner am Donnerstag vom Dortmunder Landgericht verurteilt.

LÜNEN

von Von Martin von Braunschweig

, 09.12.2010, 12:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sexuelle Nötigung: 23-Jähriger muss in geschlossene Psychatrie

Der junge Mann hatte sich im April 2010 ins Zimmer einer schwerbehinderten Mitbewohnerin geschlichen und die Frau zu sexuellen Handlungen genötigt.  Im Prozess vor der 35. Strafkammer legte der Angeklagte sofort ein umfassendes Geständnis ab. Der Staatsanwalt war gerade mit der Verlesung der Anklageschrift fertig, da sagte der Mann auch schon: „Was ich da eben gehört habe, das stimmt alles.“ Die Tat vom 8. April sei auch nicht der erste Übergriff dieser Art gewesen, gab der 23-Jährige zu. Bei den vorherigen Versuchen sei aber jedes Mal eine Betreuerin ins Zimmer gekommen, als noch nichts von seinen sexuellen Absichten zu erkennen gewesen sei. „Man hat mich deshalb immer nur aus dem Zimmer geworfen“, sagte der Mann.

Bei Entlassung droht eine Haftstrafe Aufgrund einer schweren psychischen Erkrankung war der Angeklagte zur Tatzeit selbst nur eingeschränkt schuldfähig. Seit dem Vorfall ist er bereits in der Psychiatrie in Eickelborn untergebracht, wo er nun auch so lange bleiben muss, bis die behandelnden Ärzte ihn für gesund und ungefährlich erklären.

Die vom Gericht verhängte Haftstrafe von zweieinhalb Jahren kommt nur dann zum Tragen, wenn die Ärzte vor Ablauf dieser Zeit grünes Licht für eine Entlassung geben würden. Dies gilt aber als unwahrscheinlich.

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