„Shaggy’s“ darf nur drei Tische aufstellen: Wirte von Stadt enttäuscht

rnCorona-Regelungen

Wie alle Gastronomen haben auch Sema und Musa Özer vom „Shaggy’s“ in der Corona-Zeit gelitten. Fünf Außentische sollten jetzt für mehr Einnahmen sorgen - doch erlaubt sind nur drei.

von Julian Beimdiecke

Lünen

, 15.07.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ernsthafte Sorgen“ machen sich Musa und Sema Özer um ihr „Shaggy‘s“: Nach dem Corona-Lockdown hofften die Betreiberin und der Geschäftsführer der Kneipe in Zeiten der ersten Lockerungen wieder Geld reinholen zu können. Doch die gewünschte Verbesserung ist nicht in Sicht. „Wir können im Moment weder drinnen in unserem Lokal noch draußen vor der Tür Geld verdienen“, ärgert sich Musa Özer.

Das hat unterschiedliche Gründe. Drinnen haben wegen der Abstandsregeln statt 60 bis 80 nur rund 20 Gäste Platz. Das sei nachvollziehbar. Um auf zusätzliche Einnahmen zu kommen, würden die beiden stattdessen aber vor der Tür mehr Gäste als sonst empfangen. Doch auch das ist nicht möglich.

Andere haben sich breitgemacht

„Wir hatten nach der Wiedereröffnung ursprünglich einmal fünf Tische draußen stehen. Die Stadt hat uns vor drei Wochen aber gesagt, dass wir nur drei aufstellen dürfen“, so Musa Özer. Für ihn enttäuschend - gerade weil die Stadt angekündigt hatte, kulant zu sein, wenn Gastronomen öffentliche Flächen mitbenutzen möchten. „Andere haben sich breit gemacht und fast verdoppelt, nur uns ist das nicht erlaubt worden“, ärgern sich beide.

Die Stadt argumentiert, dass nicht genug Platz für die Tische Nummer drei und vier vor dem Lokal vorhanden sei. Für die beiden unverständlich, da anfangs fünf Tische draußen standen und es aus ihrer Sicht keine Probleme gab. Deshalb vermuten die beiden, dass Probleme mit Ruhestörung den Ausschlag für die Haltung der Stadt haben könnten.

Das ist laut Stadt aber nicht so. „Wir haben die Situation vor Ort überprüft. Es ist zu wenig Platz, um mehr als drei Tische aufzustellen“, erklärte Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage. Zwar ermögliche man derzeit Gastronomen, ihren Außenbereich unter Nutzung der öffentlichen Verkehrsflächen zu erweitern. Aber: „Wir haben dazu auch stets kommuniziert: Das geht nur, solange die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer genügend Platz haben.“ Das gelte insbesondere auch für Radfahrer und Fußgänger. Dass die anliegende Bäckerstraße ein verkehrsberuhigter Bereich ist, wie die Özers anführen, ändert den Sachverhalt offenbar nicht.

Um 5 Uhr ist momentan Schluss

Doch die Reduzierung der Tische ist nicht das einzige, was Musa und Sema Özer ärgert. Mithilfe einer Ausnahmeregelung konnten die beiden das „Shaggy‘s“ bisher die ganze Nacht lang öffnen. Diese Ausnahmeregelung wurde von der Stadt aber nicht verlängert - sodass aktuell um 5 Uhr morgens Schluss ist. Das habe aber laut Spangardt nichts mit Corona zu tun: Der entsprechende Antrag musste diesmal aus rechtlichen Gründen schriftlich statt wie bisher mündlich eingereicht werden. Derzeit sei er in Prüfung.

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