Sieben Tütchen Ketchup mitgenommen: Kündigung

Burger King

Lünens „Emmely“ heißt Mohamed G. und ist Betriebsratsmitglied der Burger-King-Filiale in der Dortmunder Nordstadt. Im Juli soll der Mann aus Lünen versucht haben, sieben unbezahlte und nicht bonierte Tütchen Ketchup und Mayo mit nach Hause zu nehmen. Deshalb droht ihm nun die Kündigung. Eigentlich.

LÜNEN

von Von Martin von Braunschweig

, 27.09.2013, 17:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sieben Tütchen Ketchup mitgenommen: Kündigung

Die Richterin ließ bereits im ersten Gütetermin klar durchblicken, dass der Lüner G. seinen Arbeitsplatz aller Voraussicht nach behalten darf. Vor allem in dem viel beachteten Fall der Berliner Kassiererin „Emmely“, die einen Pfandbon eingesteckt hatte, habe das Bundesarbeitsgericht doch klar zum Ausdruck gebracht, dass in solchen Bagatellfällen vor einer fristlosen Kündigung fast zwingend eine Abmahnung ausgesprochen werden müsse.

Burger King hat nun einen Monat Zeit, neue Argumente vorzutragen. Nach einem weiteren Monat, in dem Mohamed G. und sein Anwalt reagieren dürfen, steht dann Mitte Dezember ein Kammertermin an. Der Lüner Mohamed G. war am Nachmittag des 1. Juli nach der Schicht von einem Kollegen kontrolliert worden. In zwei Essens-Tüten (große Pommes, Long Chicken Sandwich, 6er Nuggets) fanden sich auch eben jene sieben Tütchen Soße, die ihm nun zum Verhängnis werden sollen. Für die Gewerkschaft NGG (Nahrung Genuss Gaststätten) ist indes klar: „Hier soll allein Druck auf den Betriebsrat ausgeübt werden.“

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