Silvesterknaller: Tipps, damit der Start ins neue Jahr nicht böse ins Auge geht

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Ab 28. Dezember liegen sie wieder in den Läden - Silvesterböller, mit denen man laut und farbenfroh das neue Jahr begrüßt. Doch beim Kauf sollte man einiges beachten.

Lünen

, 28.12.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

In diesem Jahr ist der Verkauf von Knallern und Böllern offiziell von Samstag (28.12.) bis Dienstag (31.12.) erlaubt. Wer sich allerdings fahrlässig verhält oder gegen bestehende Gesetze verstößt, muss in der Regel selbst für den Schaden haften. Deshalb erklären die Fachleute der Lüner Verbraucherberatung, auf was man achten sollte.

? Was muss man auf alle Fälle beachten, damit aus dem Feuerwerk kein Schadensfall wird? Man sollte nur zugelassene Feuerwerkskörper zünden und sich auch strikt an die Bedienungsanleitung halten. Außerdem dürfen pyrotechnische Gegenstände auf keinen Fall in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern sowie Kinder- und Altersheimen abgebrannt werden. Das gilt auch für Fachwerk-Häuser.

? Warum ist es wichtig, nur zugelassene Ware zu kaufen? Die explosiven Stoffe in Feuerwerkskörpern können bei unsachgemäßer Handhabung nach dem Zünden gefährliche Verletzungen verursachen. Deshalb müssen sie von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) oder einer vergleichbaren europäischen Behörde zugelassen werden. Allerdings, so Jutta Gülzow, Leiterin der Lüner Verbraucherberatung, bedeutet die Zulassung nicht, dass die Feuerwerkskörper ungefährlich seien. Sondern nur, dass mit den Böllern und Raketen bei sachgerechter Verwendung sicher hantiert werden kann.

? Woran erkennt man geprüftes Feuerwerk? Zu erkennen ist es an der Registriernummer, dem CE-Zeichen und an der Kennnummer der Stelle, die beim jeweiligen Hersteller über die Qualitätssicherung wacht. Die ersten vier Ziffern der Kennzeichnung geben die Stelle an, die geprüft hat. So steht „0589“ etwa für die BAM, die spanische Prüftstelle LOM hat „0163“. Die Registriernummer „0589 - F2 - 1234“ bedeutet beispielsweise, dass die BAM geprüft hat, dass das Feuerwerk für Personen ab 18 Jahren erlaubt ist (F2) und die fortlaufende Nummer „1234“ trägt.
Für Feuerwerkskörper ohne amtliche Prüfnummer gilt: Finger weg. Denn diese Waren entsprechen meist nicht dem Sicherheitsstandard. Bei diesen Produkten fehlen außerdem Zulassungsnummer und auch Verwendungshinweise in deutscher Sprache. Es können Fehlzündungen entstehen, oder diese Feuerwerkskörper explodieren wegen ihrer oft erheblich höheren Sprengkraft heftiger als erwartet.

? Wie erkennt man, für welches Alter ein Feuerwerkskörper geeignet ist? Das Kleinstfeuerwerk der Klasse F1 ist weniger gefährlich und darf deshalb das ganze Jahr über an Personen ab zwölf Jahren verkauft werden. Dagegen dürfen Raketen und Böller mit der Bezeichnung F2 nur zu Silvester an Personen über 18 Jahren verkauft werden.

? Was gilt für illegale Ware aus dem Ausland? Solche Feuerwerkskörper, die nicht geprüft wurden, werden oft auf Flohmärkten angeboten, aber auch in Geschäften. Die Produkte ohne Prüfnummer stammen aus Osteuropa, Dänemark oder den Niederlanden. Einfuhr und Verkauf dieser als illegal geltenden Waren sind nach Paragraf 5 des Sprengstoffgesetzes verboten. Wer Knaller ohne Zulassung zündet, kann für mögliche Personen- oder Sachschäden haftbar gemacht werden.

? Was sollte man beim Abbrennen der Feuerwerkskörper beachten? Da die Haftung für Schäden auch denjenigen treffen kann, der erlaubte Böller zündet, sollte man immer die Gebrauchsanweisung genau beachten. Zur Sicherheit empfiehlt Jutta Gülzow, beim Abfackeln immer einen Eimer Wasser bereitzustellen oder auch einen Feuerlöscher. Auf keinen Fall sollte man an den Knallern vor dem Abbrennen herumbasteln. Blindgänger dürfen auf keinen Fall ein zweites Mal gezündet werden. Damit auch nicht am Neujahrstag Jugendliche die Blindgänger erneut zünden, sollten sie noch in der Neujahrsnacht mit Wasser übergossen und anschließend in der grauen Restmülltonne entsorgt werden. Raketen beim Zünden nie in der Hand halten, dafür lieber in stabile Flaschen stellen. Kinder müssen unbedingt von Feuerwerkskörpern ferngehalten werden.

? Und wenn die Kinder doch mit den Feuerwerkskörpern hantieren? Kinder unter sieben Jahren haften nicht für Schäden, die sie angerichtet haben. Allerdings werden dann die Eltern haften. Übrigens - nur wenn die Erziehungsberechtigten beim Zündeln und Hantieren mit Raketen und Böllern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, gleicht die (Familien-) Haftpflichtversicherung die Schäden, die anderen Personen entstanden sind, aus.

? Was sollte man tun, wenn beim Silvester-Feuerwerk etwas passiert ist? Wenn man unsachgemäß mit Krachern und Raketen umgegangen ist und das zu dauerhaften gesundheitlichen Schäden führt, zahlt die private Unfallversicherung. Für die Verletzungen anderer Personen kommt dagegen die Privathaftpflicht des Schaden-Verursachers auf. Fängt das eigene Haus Feuer, kommt in der Regel die Wohngebäudeversicherung auf. Brandschäden an der Inneneinrichtung zahlt die Hausratversicherung. Bei Schäden an Autos zahlt die Teilkaskoversicherung des Halters den Schaden - aber nicht, wenn es sich „nur“ um Seng- und Schmorschäden handelt. Bei mutwilligem Ramponieren des Autos springt die Vollkaskoversicherung ein - immer abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung.

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