So alt sind die Lehrer an den Schulen in Lünen

Im Sechs-Jahres-Vergleich

Die Lehrer an den Lüner Schulen werden jünger. Im Schuljahr 2016/17 waren Lehrer im Durchschnitt 45,8 Jahre alt, das sind zwei Jahre weniger als im Schuljahr 2010/11, wo der Altersdurchschnitt 47,6 Jahre betrug. Zwei Verantwortliche erklären: Dass das Kollegium jünger werde, habe Folgen.

LÜNEN

22.09.2017 / Lesedauer: 3 min
So alt sind die Lehrer an den Schulen in Lünen

Die Zeit der überalteten Kollegien scheint vorbei, auch in Schwerte sinkt der Altersdurchschnitt der Lehrer.

Dies geht aus einer aktuellen Studie des statistischen Landesamtes IT.NRW hervor. Im Landesdurchschnitt waren die Lehrer im vergangenen Jahr 45,2 Jahre alt und damit eineinhalb Jahre jünger als im Vorjahr.

In Lünen sind die Gymnasiallehrer mit durchschnittlich 43,8 Jahren am jüngsten. Jung sind mit 44,1 Jahren auch die Grundschullehrer - bzw. Grundschullehrerinnen, denn von 209 Grundschullehrkräften in Lünen sind 185 weiblich.

Wie beeinflusst das Alter des Kollegiums den Schulbetrieb? Das sagen die Verantwortlichen an Lünens Schulen:

Michael Rausch ist der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums Altlünen. „Drei jüngere Kollegen, alle um die 30, wurden in der letzten Zeit eingestellt“, erzählt er. Zum ersten November ist eine weitere Neueinstellung geplant. Als er seinen Dienst am GA begann, war das Kollegium durchschnittlich älter als jetzt, erinnert sich Rausch.

„Momentan gibt es fast keine Lehrer um die 50, daran sieht man, dass in den 90er-Jahren kaum jemand eingestellt wurde.“ Dass jüngere Lehrer grundsätzlich einen besseren Kontakt zu den Schülern haben, glaubt er nicht. „Spätestens, wenn man selbst Kinder hat – möglicherweise im Alter der Schüler – ist man sowieso ganz nah dran“, meint Rausch. Wichtig findet er allerdings eine Durchmischung der Altersstufen im Lehrerkollegium: „Wenn alle Generationen vorhanden sind, gibt es mehr Austausch und neue Ideen von den jungen Kollegen, die ja oft sehr energetisch sind.“

Dem stimmt auch Reinhold Bauhus, Leiter der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen-Süd, zu. „Jüngere Kollegen haben neue Ideen und sind innovativ“, beobachtet er. Das Kollegium der KKG sei durchmischt: „Unser ältester Aushilfslehrer ist Jahrgang 1944, die jüngste Lehrerin Jahrgang 1988 oder 1989.“ Ähnlich wie am GA fehlt auch an der KKG der „ Mittelbau“. Lehrer zwischen 40 und 50 Jahren gebe es kaum. „Das liegt daran, dass wir in dieser Zeit gut besetzt waren und deshalb kaum Planstellen zugewiesen bekommen haben“, erklärt Bauhus. Obwohl die Lehrer an den Lüner Gesamtschulen im Vergleich mit anderen Schulformen am ältesten sind, nimmt auch er eine Verjüngung des Kollegiums in den vergangenen Jahren wahr.

Probleme bereitet ihm aber nicht der Altersdurchschnitt des Kollegiums, sondern dass es ihm schwerfällt, den fachspezifischen Bedarf zu decken: Gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern mangelt es an Lehrkräften. „Versuchen Sie mal, einen Technik- oder Physiklehrer einzustellen!“, seufzt Bauhus. Er hofft, dass hier im laufenden Schuljahr Abhilfe geschaffen wird. Besonders wichtig ist ihm auch, neue Förderpädagogen einstellen zu können. „Da sind wir völlig unterbesetzt.“

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