So hilft Therapiehündin Marly einem Rollstuhlfahrer

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Ein Arbeitsunfall veränderte das Leben des Lüners Markus Vogt schlagartig: Zehn Meter stürzte er in die Tiefe. Trotz Hirnblutungen überlebte er, ist seitdem aber schwerbehindert. Sein Alltag hat sich seitdem massiv verändert. Zum Glück hat er in der Therapiehündin Marly eine treue Gehilfin gefunden - und einen Freund.

LÜNEN

von Andrea Schneider

, 06.08.2016, 07:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
So hilft Therapiehündin Marly einem Rollstuhlfahrer

Marly bringt ihrem Herrchen die Post.

Auf Kommando hebt Marly mit ihrer Schnauze die Gehhilfe von Markus Vogt auf, die neben seinem Rollstuhl liegt. Vorsichtig führt sie die Gehhilfe zu seiner Hand. Für den Lüner eine wichtige Hilfe, auf die er täglich angewiesen ist.

Ein Arbeitsunfall im Jahr 2001 veränderte das Leben von Markus Vogt. Der gelernte Innenausbauer stürzte zehn Meter in die Tiefe und kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Trotz Hirnblutungen überlebte er. Doch die Folgen des Unfalls sind massiv: Er ist schwerbehindert. Laufen kann er nur mit Gehstützen – und das sehr wackelig. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich. Ein Rollstuhl wird angeschafft. Hinzu kommt noch die Krankheit Diabetes, die dem 44-Jährigen zu schaffen macht.

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Therapiehündin Marly hilft dem Lüner Rollstuhlfahrer Markus Vogt

Ein Schicksalsschlag, der Markus Vogts leben verändert hat: Seit einem Arbeitsunfall ist der Lüner schwerbehindert. Zum Glück hat er Therapiehündin Marly, die ihm hilft. Wie das aussieht, zeigen wir in einer Fotostrecke.
05.08.2016
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Marly holt täglich die Post.© Foto: Andrea Schneider
Angus und Marly tragen Körbchen für ihre Besitzer.© Foto: Andrea Schneider
Marly nimmt das klingelnde Telefon. Im Hintergrund Filiz Erfurts Mann Mikail.© Foto: Andrea Schneider
Markus Vogt schaut zu, wie seine Hündin Marly den Rollstuhl von Trainerin Filiz Erfurt schiebt.© Foto: Andrea Schneider
Filiz Erfurt mit Angus und Markus Vogt mit Marly bei der sogenannten Streckübung.© Foto: Andrea Schneider
Marly hilft dabei, die Jacke zu öffnen.© Foto: Andrea Schneider
Markus Vogt und seine Frau Petra sind froh, dass sie Marly haben.© Foto: Andrea Schneider
Marly bringt ihrem Herrchen die Post.© Foto: Andrea Schneider
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Marly, die 17 Monate alte Golden-Retriever-Hündin, gibt Markus Vogt Hoffnung. Sie weicht nicht von seiner Seite. Auch wenn sie noch in der Ausbildung zum Therapie-, Begleit- und Diabetikerwarnhund ist, ist die Hunde-Dame für den hochgewachsenen Lüner zu einer unverzichtbaren Alltagshilfe geworden. Treu holt sie jeden Morgen die Post von der Tür des Hauses am Heckenweg in Nordlünen, zieht ihm die Jacke aus und reicht ihm mit ihrer Schnauze das klingelnde Telefon. Auch Wäsche vom Ständer nehmen ist für den Golden Retriever kein Problem. "Marly hat mein Leben positiv verändert. Sie ist mittlerweile zu einem richtigen Freund geworden", erzählt Vogt.

Viele Menschen interessieren sich für Marly

Auch sein Sozialleben habe sich dadurch verändert. Viele Menschen sprechen Markus Vogt auf der Straße an, wenn er mit Marly unterwegs ist. "Wenn sie für mich den Einkauf im Supermarkt erledigt und dazu noch den Einkaufswagen schiebt, ist das für viele Menschen interessant", erzählt der Lüner stolz.

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"Markus und Marly haben eine wahnsinnig tolle Bindung", erzählt Hundetrainerin Filiz Erfurt. Seit ihrem 11. Lebensjahr sitzt sie selber im Rollstuhl. Durch einen Sportunfall ist sie querschnittsgelähmt. Das hält die Mutter von drei Kindern aus Essen nicht davon ab, im Leben aktiv zu sein. Mit ihrem Mann Mikail gründete sie 2011 den gemeinnützigen Verein filiz-rollidogs e.V. und hilft behinderten und kranken Menschen mit tiergestützten Therapien.

Noch neun Monate bis zur Prüfung

Die Züchterin habe Marly gut ausgewählt, denn die Golden Retriever Hündin habe Talent. Neun Monate fehlen Marly noch in ihrer zweijährigen Ausbildung bis zur Prüfung, Die treue Hundedame hat schon viel gelernt. Sie riecht sogar, wenn der Blutzuckerspiegel bei Vogt verrückt spielt und bringt ihm seine Diabetikertasche.

Auch beim Training, das einmal in der Woche mit Herrchen und Hund stattfindet, ist Angus vom Hasslinger Bruch. Der elegante Collie ist schon ein alter Hase in der Hundeausbildung und Marlys Co-Trainer. "Angus gibt Marly Sicherheit beim Training. So lernt sie schneller und ist nicht abgelenkt bei den Übungen", erklärt Filiz Erfurt.

Hunde müssen Angst vor unvorhergesehenen Geräuschen ablegen

Geschult wird an alltäglichen Orten wie in der Stadt oder in Einkaufszentren. Bei der Feuerwehr in Essen lernt Marly auch mit einem Wasserschlauch umzugehen. "Wichtig bei der Ausbildung ist, dass die Hunde ihre Angst vor unvorhergesehen Geräuschen, Gegenständen oder Bewegungen verlieren", so Erfurt.

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"Wir sind so froh, dass wir Filiz gefunden haben", sagen Markus Vogt und seine Frau Petra. Durch eine Fernsehsendung seien sie damals auf Filiz, die gelernte Bürokauffrau ist, aufmerksam geworden. Marlys Ausbildung kostet 8000 Euro. Durch Spenden kann sich Familie Vogt die Ausbildung mit Marly leisten, die Krankenkasse übernimmt nämlich keine Kosten.

Weitere Infos zur Therapiehundausbildung
-Lüner Norbert Keil sammelte durch Klinkenputzen 1000 Euro für die Ausbildung von Marly.
-Es fehlen noch 1300 Euro. Markus Vogt hofft auf die Unterstützung weiterer Menschen.
-Infos über Filiz Erfurt und den Verein Rollidogs finden Sie .

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