So lief die Eisrettungsübung der Lüner Feuerwehr

Am Cappenberger See

Für andere wäre es lebensgefährlich gewesen, für Gregor Spork nicht. Er blieb ganz locker, als er durch die Eisdecke des Cappenberger Sees in Lünen brach. Eine Überlebensanzug schützte den Feuerwehrmann vor der Kälte. Es war eine Übung.

LÜNEN

, 20.01.2017, 16:53 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eisrettungsübung der Feuerwehr Lünen am Cappenberger See

Eisrettungsübung der Feuerwehr Lünen am Cappenberger See

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Video am 20. Jan 2017 um 5:46 Uhr

 

Nach mehreren Frosttagen sind viele Seen der Region mit einer Eisdecke überzogen. Doch die Feuerwehr warnt: Das Eis an den meisten Stellen ist sehr dünn. Als die Feuerwehr das am Freitag demonstrieren wollte, erwies sich das Eis auf dem Cappenberger See jedoch als erstaunlich fest.

Von allein brach Gregor Spork zunächst nicht ein. Er musste erst mit seinen Stiefeln ein Loch ins Eis hacken und dann kräftig springen, bis er durch die Eisschicht krachte. Dennoch sollte das Eis auf dem See auf keinen Fall betreten werden. „Oft sind stabil aussehende Eisflächen am Rand tragfähig, können aber in der Seemitte zu erheblicher Lebensgefahr durch Einbrechen führen“, erklärte Einsatzleiter Tim Kewitz.

Einsatz von von Überlebensanzug und Schlauchboot

Wer einbricht, ist auf schnelle Hilfe angewiesen. Bei der Übung am Freitag standen die Helfer sofort bereit. Rene Bressen, der zweite Feuerwehrmann im Überlebensanzug, robbte sich zuerst auf einem sogenannten Spineboard zu dem Eingebrochen. Dieser klammerte sich daran fest, dann zogen die Feuerwehrleute am Ufer beide an Land.

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So lief die Eisrettungsübung der Lüner Feuerwehr

Für andere wäre es lebensgefährlich gewesen, für Gregor Spork nicht. Er blieb ganz locker, als er durch die Eisdecke des Cappenberger Sees in Lünen brach. Eine Überlebensanzug schützte den Feuerwehrmann vor der Kälte. Es war eine Übung.
20.01.2017
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Fünf Zentimeter dick ist die Eisschicht auf dem Cappenberger See.© Foto: Peter Fiedler
Sicherheit zuerst: Auch wenn er einen Überlebensanzug trägt, geht der Feuerwehrmann nur angeseit aufs Eis.© Foto: Peter Fiedler
Der Überlebensanzug wird aufgeblasen, damit sein Träger im Wasser Auftrieb hat.© Foto: Peter Fiedler
Die ersten Schritte auf dem Eis.© Foto: Peter Fiedler
Von allein ist der Feuerwehrmann nicht eingebrochen. Er musste erst mit dem Stiefel ein Loch ins Eis hacken.© Foto: Peter Fiedler
Springen bringt am Ende den Durchbruch...© Foto: Peter Fiedler
Der Feuerwehrmann durchbricht die Eisdecke.© Foto: Peter Fiedler
Im Ernstfall, ohne Rettungsanzug, wäre das eine lebensbedrohliche Notlage. Jetzt muss Hilfe kommen.© Foto: Peter Fiedler
Auf dem Spimeboard robbt sich der Retter in Richtung des Eingebrochenen. Das Board wird normalerweise benutzt, um darauf Unfallopfer mit Verdacht auf Rückenverletzungen zu fixieren.© Foto: Peter Fiedler
Der Eingebrochene hält sich am Spineboard fest...© Foto: Peter Fiedler
... dann ziehen die Feuerwehrleute am Ufer den Retter und den Verunglückten an Land.© Foto: Peter Fiedler
Beim nächsten Teil der Übung wurde der Eingebrochene ins Schlauchboot gezogen. Unter dem Boot ist ein Kunststoffschlitten montiert, so dass es übers Eis gleiten kann.© Foto: Peter Fiedler
Die zweite Wachabteilung der Berufsfeuerwehr Lünen führte die Eisrettungsübung durch.© Foto: Peter Fiedler
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Beim zweiten Teil der Übung kam das Schlauchboot zum Einsatz. Bressen hievte seinen eingebrochenen Feuerwehrkameraden ins Boot, dann zogen die anderen Feuerwehrleute beide an Land. „Der Vorteil des Bootes ist, dass man damit auch mehrere Eingebrochene retten könnte“, sagte Einsatzleiter Kewitz. Damit das Boot über das Eis gleiten kann, ist darunter eine Art Schlitten aus Kunststoff befestigt.

DLRG empfiehlt eine Eisdecke von 15 Zentimetern

Den Versuch, mit Hilfe von Leitern zum Verunglückten vorzudringen, gab die Feuerwehr auf. Mit den Leitern war auf dem Eis kaum ein Vorankommen möglich.

Fünf Zentimeter ist das Eis auf dem Cappenberger See dick, stellten die Feuerwehrleute fest. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) empfiehlt für stehende Gewässer eine Eisdicke von 15 Zentimetern, um auf der sicheren Seite zu sein.

 

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