So löscht die Lüner Feuerwehr ein brennendes Elektroauto

rnVideo und Fotostrecke

Brennende Elektroautos stellen die Feuerwehr vor besondere Herausforderungen. Fangen die Akkus der Autos Feuer, sind die Löscharbeiten aufwändig. Die Feuerwehr Lünen ist darauf vorbereitet.

Lünen

, 14.08.2020, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über 100 Elektrofahrzeuge sind auf den Lüner Straßen unterwegs. Wenn diese nach einem Unfall in Brand geraten, wird es für die Feuerwehr brenzlig. Das Problem: Sobald der Akku eines Elektroautos Feuer fängt, ist er nur schwer wieder zu löschen. Nun zeigte die Feuerwehr Lünen, wie sie mit solch einem Brand umgeht.

Akku brennt bis zu 24 Stunden

„Das Thema alternative Antriebe bewegt uns schon seit längerer Zeit“, sagt Stephan Dörnbrack, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Lünen. Angesichts der steigenden Zahl an elektrisch betriebenen Fahrzeugen in Lünen musste sich die Feuerwehr ein Konzept zur Brandbekämpfung bei Elektroautos überlegen.

Video
So löscht die Feuerwehr Lünen brennende Elektroautos

Das Problem sind die Akkus der Fahrzeuge. „In der Regel brennt nicht die ganze Batterie, sondern immer nur einzelne Zellen“, weiß Michael Thiel. Einmal in Brand geraten, kann es bis zu 24 Stunden dauern, bis der Akku ausgebrannt ist.

Thiel war als Teamleiter der Einsatzplanung zuständig für die Entwicklung einer Methode zum Löschen der Akkus.

Auto landet im Wasserbad

Dabei orientierte er sich an dem Vorgehen anderer Feuerwehrbehörden, die bereits Erfahrung im Löschen von Elektrofahrzeugen aufweisen. Nachdem der Brand äußerlich gelöscht ist, wird der Akku des Fahrzeuges überprüft. „Sobald wir erkennen, dass der Akku des Autos beschädigt ist, kommt unsere Mulde zum Einsatz“, sagt Michael Thiel.

Der flache Container – sonst bei der Feuerwehr für den Materialtransport genutzt – wird am Einsatzort dann mit Wasser gefüllt. Mithilfe eines Krans wird das gelöschte Fahrzeug in die Mulde gesetzt.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Feuerwehr-Präsentation e-Auto

Immer mehr Lüner fahren Elektroautos. Das Problem: Bei Unfällen geraten die Akkus schnell in Brand. Deshalb hat die Feuerwehr ein Konzept entwickelt, um das Feuer zu löschen. In unserer Fotostrecke zeigt die Lüner Feuerwehr, wie es geht.
14.08.2020
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Im Falle eines Brandes stellen Elektroautos eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr dar.© Weitzel
Im Falle eines Brandes stellen Elektroautos eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr dar. Das Problem ist, dass die Akkus moderner E-Fahrzeuge aus Hunderten Batteriezellen bestehen. Wird eine Batteriezelle beschädigt, ist eine Kettenreaktion in Form von permanenten Kurzschlüssen möglich. Der Brand wird dadurch immer wieder aufs Neue entfacht. © Weitzel
Vor einer Explosion müssen sich die Fahrer nicht fürchten. Einsatzleiter Michael Thiel gibt Entwarnung: „Dass Autos wie bei Cobra 11 explodieren, ist totaler Quatsch."© Weitzel
Ihr Konzept zum Löschen von Elektroautos demonstrierte die Feuerwehr am 13. August. © Weitzel
Ihr Konzept zum Löschen von Elektroautos demonstrierte die Feuerwehr am 13. August. © Weitzel
Ihr Konzept zum Löschen von Elektroautos demonstrierte die Feuerwehr am 13. August. © Weitzel
Ihr Konzept zum Löschen von Elektroautos demonstrierte die Feuerwehr am 13. August. © Weitzel
Ihr Konzept zum Löschen von Elektroautos demonstrierte die Feuerwehr am 13. August. © Weitzel
Ihr Konzept zum Löschen von Elektroautos demonstrierte die Feuerwehr am 13. August. © Weitzel
Ihr Konzept zum Löschen von Elektroautos demonstrierte die Feuerwehr am 13. August. © Weitzel
Ihr Konzept zum Löschen von Elektroautos demonstrierte die Feuerwehr am 13. August. © Weitzel
Ihr Konzept zum Löschen von Elektroautos demonstrierte die Feuerwehr am 13. August. © Weitzel
Ihr Konzept zum Löschen von Elektroautos demonstrierte die Feuerwehr am 13. August. © Weitzel
Ihr Konzept zum Löschen von Elektroautos demonstrierte die Feuerwehr am 13. August. © Weitzel
Ihr Konzept zum Löschen von Elektroautos demonstrierte die Feuerwehr am 13. August. © Weitzel
Im Falle eines Brandes stellen Elektroautos eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr dar.© Weitzel
Im Falle eines Brandes stellen Elektroautos eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr dar.© Weitzel
Im Falle eines Brandes stellen Elektroautos eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr dar.© Weitzel
Im Falle eines Brandes stellen Elektroautos eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr dar.© Weitzel
Im Falle eines Brandes stellen Elektroautos eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr dar.© Weitzel
Im Falle eines Brandes stellen Elektroautos eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr dar.© Weitzel
In der mit Wasser gefüllten Mulde wird der Akku des Fahrzeuges heruntergekühlt.© Jura Weitzel
Am Donnerstag demonstrierten Einsatzkräfte auf dem Gelände der Feuer- und Rettungswache Lünen, wie ein möglicher Brand gelöscht werden soll.© Weitzel
Michael Thiel (Teamleiter Einsatzplanung)© Weitzel

Die muss dabei gar nicht so tief sein: „Alle Elektroautos sind aktuell so gebaut, dass der Akku nach höchstens 90 Zentimetern unter Wasser ist“, so Thiel. Das Wasser sorgt für eine Kühlung des Akkus. Erst, wenn die Feuerwehrleute sicher sind, dass sich der Akku des Fahrzeugs nicht neu entzündet, ist das Auto-Bad beendet.

Investition von 50 Euro

Da die Mulde selbst bereits vorhanden war, beschränkte sich die Investition für die neue Löschmethode auf lediglich 50 Euro. So viel kostete die Folie, die den Container abdichtet, sodass das Wasser nicht auslaufen kann.

„Andere Feuerwehren haben noch extra Mulden beschafft, das ist bei uns nicht nötig“, meint Michael Thiel. Weil die Folie so günstig ist, kann sie zudem problemlos nach jedem Einsatz ersetzt werden.

Ob Benzin- oder Elektroauto: Vor einer Explosion müssen sich Fahrer und Einsatzkräfte immerhin nicht fürchten. Michael Thiel gibt Entwarnung: „Dass Autos wie bei Cobra 11 explodieren, ist totaler Quatsch.“

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