So soll der Datteln-Hamm-Kanal ausgebaut werden

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Seit vielen Jahren wird der Ausbau des Datteln-Hamm-Kanals immer wieder verschoben. Schon 2007 gab es erste Entwürfe, damals galt 2011 als möglicher Baubeginn. Das ist schon wieder fünf Jahre her - in der Zwischenzeit hat sich nichts getan. Jetzt jedoch scheint der Beginn des Mammutprojekts langsam näher zu rücken.

LÜNEN

, 06.03.2016 / Lesedauer: 3 min
So soll der Datteln-Hamm-Kanal ausgebaut werden

Der Stadthafen in Lünen im Januar 2016.

Ein Mammutprojekt ist es, weil vor dem eigentlichen Ausbau des Kanals erst einmal zwei Brücken erneuert werden müssen: Die Brücken Berg- und Gahmener Straße. „Diese Brücken sind aufgrund ihres Alters bzw. baulichen Zustandes zu ersetzen“, erklärt Stefan Leuer vom Wasserstraßen-Neubauamt Datteln.

Sein Kollege Sören Thielecke hatte es im August 2014 schon einmal so formuliert: „Die Substanz der Bergstraßen-Brücke ist so schlimm, dass man sie eigentlich bald sperren müsste.“ Ähnliches gilt an der Gahmener Straße. Nachdem ein Ingenieurbüro den Zustand der Brücke im September vergangenen Jahres überprüft hatte, dürfen LKW den Kanal dort gar nicht mehr überqueren, für Autos wird der Verkehr einspurig geregelt.

Zwei Jahre für die Brücken, dann wird der Kanal ausgebaut

Das soll sich bald ändern, schon im Herbst sollen die Bauarbeiten an der Bergstraße losgehen, im Frühsommer startet die Ausschreibung. Ein Jahr später, im Herbst 2017, soll dann der Neubau der Brücke an der Gahmener Straße starten. Die Arbeiten an beiden Brücken sollen etwa zwei Jahre dauern – aber nicht für Behinderungen im Straßenverkehr sorgen. Der Verkehr läuft in der Zeit über die alte Brücke weiter.

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Beim Ausbau des Kanals selbst könnte der Schiffsverkehr laut Leuer schon gestört werden. „Eine Sperrung ist aber nicht geplant“, sagt er. Der Kanal soll – wenn alles glatt läuft – von Frühjahr 2020 bis etwa Sommer 2022 ausgebaut werden.

Ausbau notwendig, damit Schiffe gleichzeitig in beide Richtungen fahren können

Der Ausbau ist nötig geworden, weil der Schiffsverkehr ab dem Stadthafen bis zum Preußenhafen für rund drei Kilometer noch eine „Einbahnstraße“ ist. Schiffe bis zu einer Länge von 135 Metern und einer Breite von 11,45 Metern dürfen auf dem Kanal fahren – es passt jedoch immer nur eins gleichzeitig durch das Lüner Nadelöhr. Im Stundentakt wird die Fahrtrichtung momentan geändert.

Das wird nach der Verbreiterung nicht mehr nötig sein. Und die lässt sich das Wasserstraßen-Neubauamt einiges kosten: Die Bergstraßen-Brücke wird etwa 5 Millionen, die an der Gahmener Straße rund 8 Millionen Euro kosten, der Ausbau des Kanals selbst noch einmal etwa 20 Millionen Euro.

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