So will die Stadt Lünen zusätzliche Kita-Plätze schaffen

Notlösungen

71 Kinder mehr als eigentlich geplant - das stellt die Stadtverwaltung in Lünen vor eine große Herausforderung: Sie muss die nötigen Kapazitäten bis zum 1. August in den Kitas schaffen. Deswegen werden jetzt mehrere Kitas aufgestockt, es gibt Notgruppen und Bauarbeiten.

LÜNEN

, 24.06.2017, 05:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das geht aus Unterlagen hervor, die im Jugendhilfeausschuss am Donnerstag, 29. Juni, besprochen werden. Demnach sei die Zahl der Kinder unter fünf Jahren seit Oktober vergangenen Jahres vor allem deshalb um insgesamt 109 gestiegen, weil mehr Menschen nach Lünen ziehen als gleichzeitig die Stadt verlassen. Das liegt laut Beanka Ganser, Leiterin der städtischen Abteilung Tagespflege, weniger an den eintreffenden Flüchtlingen als daran, dass Lünen ein interessanter Wohnstandort geworden sei.

Dringlichster Bedarf

Nach Abgleich von Wartelisten von Tagespflege und Kita und der Streichung von Doppelungen bleiben von den 109 Kindern noch 71 über Dreijährige (ü3), für die zusätzliche Kita-Plätze geschaffen werden müssen. Ob auch Plätze für unter Dreijährige fehlen, dazu sagte Ganser am Donnerstag auf Anfrage nichts. Nur: „Bei den ü3-Plätzen sehen wir den dringlichsten Bedarf.“

Das sind die Pläne der Verwaltung im Einzelnen:

Städtische Kita Steinstraße: Einrichtung einer Notgruppe für ein Jahr für 25 Kinder (ü3). Dort soll „zeitnah“ über bauliche Veränderungen der Brandschutz sichergestellt werden. Die Betriebserlaubnis liegt laut Stadt bereits vor.

DRK-Kita Konradstraße: Aufstockung um zehn Plätze (ü3)

DRK-Kita Rudolphstraße: Bereitstellung von vier Zusatzplätzen (ü3).

Weitere 32 ü3- und 8 u3-Plätze sollen in zwei Gruppen zum 1. August entstehen. Noch ist aber unklar, wo genau das geschehen soll. Derzeit werde „mit verschiedenen Trägern nach passenden Flächen/Objekten gesucht“, heißt es dazu in der Vorlage. In beiden Gruppen sollen Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren betreut werden. „Wir sind mit verschiedenen Trägern im Gespräch“, sagte Ganser dazu, „wir werden das dann im Ausschuss hoffentlich konkreter darstellen können.“ In welchen Stadtteilen Plätze gesucht werden, sei noch offen.

Notgruppen und Notlösungen

Schon fest eingeplant ist überdies eine Notgruppe für zehn u3-Kinder in der städtischen Kita Rudolph-Nagell-Straße als Ausgleich für den bisher nicht erfolgten Neubau der Kita Kleiner Kreisel.

Das Gleiche gilt für 25 ü3-Kinder in einer neuen Gruppe an der Waldhöhe, die als Dependance zur AWO-Kita Alstedde zum 1. August starten soll. Dabei handelt es sich laut Ganser um den AWO-Treff, den die St.-Ludger-Gemeinde momentan noch als Versammlungsraum nutzt, während die Kirche umgebaut wird. Die Gemeinde findet für den Großteil der Veranstaltungen Unterschlupf im evangelischen Paul-Gerhardt-Haus: „Dafür sind wir sehr dankbar“, erklärte Pfarrer Clemens Kreiss.

Kosten schon eingeplant

Aussagen über die Kosten für den Ausbau der Kita-Plätze trifft die Ausschuss-Vorlage nicht. „Wir haben das im Haushalt schon eingerechnet“, erklärte Ganser auf Anfrage dazu. Eine konkrete Zahl über die Mehrkosten könne nicht getroffen werden.

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