Spargelernte bei Schulze Wethmar: Lüner Landwirt hofft, dass Erntehelfer rechtzeitig kommen

rnCorona-Folgen

Die Spargelsaison 2020 steht bevor. Doch Landwirte sind in Sorge. Denn möglicherweise kommen die Erntehelfer aus Rumänien nicht nach Deutschland. Schuld ist das Coronavirus.

Wethmar

, 16.03.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Derzeit stehen die Spargelfelder von Biobauer Vitus Schulze Wethmar noch nach dem tagelangen Dauerregen unter Wasser. Das ist aber kein Problem für den Landwirt. „Ich denke, wir haben in diesem Jahr einen relativ frühen Saisonbeginn“, so Schulze Wethmar. Der Boden sei in diesem Winter nicht kalt gewesen, die Spargelpflanzen konnten sich entsprechend entwickeln. Deshalb rechnet Schulze Wethmar damit, dass die Ernte der „Königin der Gemüse“ auch bald startet.

„Den ersten Spargel müssten wir Anfang April anbieten können“, so der Biobauer.

Erntehelfer kommen aus Rumänien und Polen

Wenn denn nicht die Folgen des Corona-Virus ihm und vielen Kollegen einen Strich durch die Rechnung machen. Denn traditionell kommen jedes Jahr viele erfahrene Erntehelfer aus Rumänien und Polen nach Deutschland, um den Spargel auf den Feldern zu stechen.

Das ist auch für diese Saison geplant. „Wir sind auch in ständigem Kontakt mit unseren langjährigen Erntehelfern“, so Schulze Wethmar. Manche kommen schon mehr als 20 Jahre auf den Hof in Wethmar.

Rumänisches Gesundheitsministerium

Die große Sorge bei vielen Landwirten ist derzeit, dass nach vielen anderen Ländern auch Rumänien die Grenzen dicht macht und niemand mehr ausreisen darf. „Das Problem ist, dass viele rumänische Erntehelfer vor kurzem in Italien gearbeitet haben - allerdings zum Glück nicht diejenigen, die immer zu uns kommen.“ Italien ist mittlerweile komplett „Sperrgebiet“, nachdem zunächst „nur“ Regionen im Norden des Landes wegen der Ausbreitung des Corona-Virus abgeriegelt worden waren.

Das rumänische Gesundheitsministeriums verhängte bereits eine zweiwöchige Quarantäne für Rumänen, die aus der Lombardei und Venetien zurückkehrten.

Momentan ist es, so hat Schulze Wethmar erfahren, für rumänische Erntehelfer noch kein Problem, nach Deutschland auszureisen. Aber derzeit wird auch noch nicht auf den Spargelfeldern geerntet. Man müsse abwarten, wie die Lage in zwei Wochen aussieht.

Noch kein Plan B in der Tasche

Sollte Rumänien tatsächlich seine Grenzen schließen und keiner der Erntehelfer nach Deutschland kommen dürfen, hat Schulze Wethmar derzeit noch keinen „Plan B“.

Er hofft auf die Politik und die Landwirtschaftsverbände, die derzeit Gespräche führen. Denn nicht nur die zahlreichen Spargelbauern sind von einem möglichen Problem mit fehlenden Erntehelfern betroffen. Auch landwirtschaftliche Betriebe, die Erdbeeren anbauen, und Gemüsebauern sind auf Erntehelfer angewiesen. Schulze Wethmar hofft, dass „alles glatt geht“ und seine langjährigen Erntehelfer wie geplant auf den Hof kommen können, um Spargel zu stechen.

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