Spenden für Flutopfer: So können Menschen aus Lünen und Werne helfen

Verbraucher-Tipp

Die Hilfsbereitschaft ist nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands groß. Leider jedoch nutzen auch unseriöse Organisationen die Notlage aus. Die Verbraucherberatung gibt Tipps.

Lünen, Selm, Werne

, 22.07.2021, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Fluten haben viele Existenzen zerstört, so wie hier ein komplett zerstörtes Haus in Marienthal im Ahrtal zu sehen ist. Viele Menschen wollen nun spenden, doch leider nutzen das auch unseriöse Organisationen aus.

Die Fluten haben viele Existenzen zerstört, so wie hier ein komplett zerstörtes Haus in Marienthal im Ahrtal zu sehen ist. Viele Menschen wollen nun spenden, doch leider nutzen das auch unseriöse Organisationen aus. © dpa

Die Flut hat in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz viele Todesopfer gefordert, Existenzen wurden zerstört. Viele sind erschüttert angesichts der Not und Verzweiflung in den von Überschwemmungen betroffenen Gebieten und wollen helfen – mit Kleidung, mit Lebensmitteln oder auch mit einer Geldspende. Doch man sollte seine Spende nicht allzu leichtgläubig verteilen. „Nicht jede Organisation, die verspricht mit den Euros Gutes für die Betroffenen zu bewirken, ist so seriös wie sie sich gibt“, erklärt Jutta Gülzow, Leiterin der Lüner Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW.

„Wer spendet, sollte auch bei wohltätigen Projekten wissen, was mit dem Geld passiert.“ Ob eine Organisation mit Spendengeldern solide umgeht und sich auch offen in die Karten gucken lässt, sind nur zwei von einer Handvoll weiterer Kriterien, auf die es zu achten gilt. Wie die gut gemeinte Hilfe wirklich ankommt, erklären die Verbraucherschützer in Fragen und Antworten.

? Auf welchem Wege sollte man für die Flutopfer spenden, damit das Geld auch ankommt? Hier gilt der Grundsatz „Überweisung statt Sammelbüchse“. Vor allem die direkte Ansprache auf der Straße oder an der Haustür könne nämlich dazu verführen, rasch und unbedacht zu spenden. Wer eine Organisation nicht kennt und unsicher ist, wie seriös sie wirklich ist, sollte sich neben Informationsmaterial auch einen Überweisungsträger von der sammelnden Organisation geben lassen. Man sollte dann seine Entscheidung in Ruhe überdenken.



? Wie erkennt man, ob eine Organisation seriös ist? Wer seriös agiert, offenbart zudem in seinem Geschäftsbericht, wofür das Geld aus Spenden oder Mitgliedsbeiträgen ausgegeben wird. Jutta Gülzow: „Dort sollte klar stehen, wie viel in Verwaltung und Werbung fließt und dass der größte Batzen für den guten Zweck verwendet wird. Ist ein Verein oder eine Organisation als gemeinnützig anerkannt, ist dies ein Indiz für Glaubwürdigkeit.“

? Was ist von Werbung im Internet von (angeblichen) Hilfsorganisationen zu halten? Eine eigene Homepage ist nicht automatisch ein Garant für die Vertrauenswürdigkeit einer Organisation. Professionell gestaltete Internetseiten können zwar vordergründig einen glaubwürdigen Eindruck erwecken. Doch besser sei es, so die Verbraucherschützer, hinter die Kulissen zu blicken und zu prüfen, ob im Impressum konkrete Ansprechpartner und eine ordentliche Adresse genannt werden.

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? Wie kann man sich absichern? Wer Zweifel hat, sollte um Informationen wie beispielsweise Satzung, Jahresbericht, Prospekte bitten und nachschauen, was andere Quellen im Netz über die jeweilige Organisation und ihre Aktivitäten äußern. Das gilt auch für die zahlreichen, über soziale Medien verbreiteten Spendenaufrufe. Dort tummeln sich in Krisenzeiten leider immer wieder etliche Organisationen, Vereine, aber auch Shops oder einzelne Personen, die vorgeben, sich für die Betroffenen zu engagieren. Die jeweiligen Bankverbindungen für eine Überweisung springen meist sofort ins Auge.

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? Es gibt Spendensiegel. Was ist davon zu halten? Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) vergibt an förderungswürdige Organisationen auf Basis einer jährlichen Prüfung ein Spenden-Siegel. Derzeit tragen es rund 230 überwiegend soziale Organisationen. Geprüft werden aber nur Hilfswerke, die mindestens seit zwei Jahren tätig sind und mehr als 25.000 Euro Gesamteinnahmen pro Jahr haben. Außerdem müssen sie sich selbst beim DZI für eine Prüfung melden und die Kosten hierfür zahlen. Kleinere Organisationen können dies oft nicht leisten. Wenn ein Verein in der DZI-Liste fehlt, bedeutet dies also nicht zwangsläufig, dass er unseriös ist. Trägt ein Spendenaufruf den DZI-Sternenkranz, ist hingegen garantiert, dass die Organisation sparsam wirtschaftet und nachprüfbar ist, wie Spenden verwendet werden.

Beratung

Weitere Informationen

  • Weitere Informationen zum Thema Spenden-Siegel gibt es auf der Homepage des Deutschen Instituts für soziale Fragen https://www.dzi.de/
  • Rat und Hilfestellung erhalten Betroffene bei der Verbraucherzentrale in Lünen telefonisch oder per Mail zu folgenden Servicezeiten: Mo. und Do. 9 - 13 Uhr und 13.30-17 Uhr, Mi. 9 -13 Uhr und 14 -18 Uhr, Fr. 9 -13 Uhr Tel. (02306) 30138-01, Mail: luenen@verbraucherzentrale.nrw
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