Die Stadt zieht nach dem ersten Sonnen-Wochenende im Seepark eine positive Bilanz. Es hat aber auch Probleme gegeben. Ein Sicherheitsmitarbeiter konnte einem Auto nur knapp ausweichen.

Lünen

, 23.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Die Stadt zieht eine durchweg positive Bilanz der von ihr eingerichteten Straßensperrungen rund um den Seepark Horstmar von Karfreitag (19.) bis einschließlich Ostermontag (22.). Das Ziel der Maßnahme sei erreicht worden, sagte Stadtsprecher Benedikt Spangardt am Dienstag (23.) auf Anfrage unserer Redaktion. Es gab aber auch kleinere Zwischenfälle.

„Die Anwohner im direkten Umfeld des Seeparks wurden spürbar entlastet. Insofern ist die Bilanz positiv. Dass sich für die Anwohner im direkten Umfeld des Seeparks die Situation verbessert hat, zeigen auch die Rückmeldungen, die wir erhalten haben. Es gab sogar vereinzelt Lob am Bürgertelefon.“

„Mussten zügig etwas tun“

Wie Spangardt weiter sagte, sei ja das ursprüngliche Vorhaben der Verwaltung, mit einem Grillverbot für weniger Parkdruck und Parksuchverkehr zu sorgen, im Rat knapp gescheitert. Weil aber die Situation bei gutem Wetter für die unmittelbaren Anwohner kaum tragbar sei, so Spangardt, „und für Ostern gutes Wetter zu erwarten war, war die Verwaltung in der Verantwortung, zügig etwas zu tun. Es muss aber jedem klar sein, dass die Sperrungen zwar eine Entlastung der Anwohner im direkten Umfeld bewirken, aber die Ursachen der Probleme nicht beeinflussen“. Der Stadtsprecher erklärte, dass es „wie angekündigt an Wochenenden mit gutem Wetter wieder Sperrungen geben“ wird.

Beschwerde gegen Sicherheitsdienst

Zu der Kritik von Anwohnern, dass der eingesetzte Sicherheitsdienst recht unfreundlich Anliegerausweise kontrolliert habe, hieß es bei der Stadt:

„Nach Auskunft des Sicherheitsdienstes gab es im Gegenteil gegenüber den Mitarbeitern und in den Sozialen Medien viel positive Resonanz und Lob für die Maßnahme – gerade von Anwohnern. Es hat uns und den Sicherheitsdienst eine Beschwerde über das Verhalten eines Mitarbeiters des Sicherheitsdienstes erreicht. Wir arbeiten diese Beschwerde auf. Eine zweite Beschwerde war genereller Natur und hatte lediglich am Rande auch mit dem Sicherheitsdienst zu tun. Aus unserer Sicht hat der Sicherheitsdienst auf das Durchfahrtsverbot höflich und bestimmt hingewiesen. Dass einige wenige Verkehrsteilnehmer mit der Maßnahme nicht einverstanden waren, war zu erwarten. Das ging so weit, dass die Polizei letztlich sogar eine Anzeige wegen Nötigung geschrieben hat.“

Sperrungen zu eng?

Zum Vorwurf, die Sperrungen wären teilweise so eng gewesen, dass man mit dem Auto kaum durchfahren konnte, hieß es bei der Stadt:

„Auch zu dem Thema hat uns heute eine Beschwerde erreicht. Der Sinn einer Sperre ist allerdings, das Autos nicht oder nur langsam passieren können. Soweit wir wissen, musste kein Auto vor einer Sperre stehenbleiben, weil es zu eng gewesen wäre. (...) Wir werden aber beim nächsten Mal verstärkt darauf achten, dass immer genug Platz zum Durchfahren da ist.“

Weitere Fragen unserer Redaktion beantwortete die Stadt wie folgt:

Wie viele Menschen waren etwa pro Tag im Seepark?

„Rund 3000 pro Tag, am Montag etwas weniger. Zum Vergleich: An schönen Sommertagen besuchen bis zu 7000 Menschen täglich den Seepark.“

Gab es Probleme mit dem Grillen?

„Wegen der Missachtung der Grillzeiten hat der Sicherheitsdienst einige Hausverbote ausgesprochen, die stellenweise mit Hilfe der Polizei durchgesetzt werden mussten. Die Betroffenen hatten jeweils nicht eingesehen, dass nach 18 Uhr das Grillen nicht mehr erlaubt ist.“

Gab es sicherheitsrelevante Vorfälle?

„Nein, es gab keine sicherheitsrelevanten Vorfälle im Seepark. Die Feuerwehr ist allerdings einmal vorsichtshalber ausgerückt: In den Behältern, die für Aschereste vom Grillen vorgesehen sind, war teilweise noch Glut. Wegen des aufkommenden teils böigen Windes wurde Funkenflug und damit eine latente Brandgefahr befürchtet. Die Feuerwehr hat die Aschebehälter deshalb kurz abgelöscht.“

Musste die Polizei gerufen werden?

„Ja. Zum Einen wegen der oben angesprochenen Durchsetzung der Hausverbote. Zum Anderen ist es zu einem Fall von Nötigung im Straßenverkehr gekommen: Ein Verkehrsteilnehmer wollte das Durchfahrtsverbot nicht anerkennen und hat versucht an einer Sperre vorbei zu fahren. Dabei hat er einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes dazu gezwungen, mit einem Sprung zur Seite dem Auto auszuweichen.“

Gab es Probleme mit dem Müll?

„Es hat viel Müll gegeben (unsere Schätzung liegt bei gut 20 Kubikmetern), aber es war nicht mehr als erwartet und die Stadt war darauf eingestellt. Insofern hat es aus unserer Sicht keine Probleme gegeben.“

Wie viele Ordnungskräfte der Stadt waren im Einsatz?

„Ordnungskräfte der Stadt waren am Wochenende im Seepark nicht im Einsatz, wohl aber an anderen Stellen in der Stadt. Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben das Gelände an allen Tagen stichprobenartig in Augenschein genommen. Ab dem 1. Mai, wenn die Seepark-Saison beginnt, wird die Präsenz städtischer Ordnungskräfte im Seepark wieder erhöht werden.“

Wie viele externe Sicherheitskräfte waren im Einsatz?

„Freitag, Sonntag und Montag waren 12 Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes vor Ort. Am Samstag waren es 13. Es wurde eine Firma beauftragt.“

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