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Stadt lässt Kanalwasser in den Horstmarer See: Anwohner fürchtet um Enten-Nester

rnLange Trockenheit

Die Stadt hat den Horstmarer See jetzt mit Kanalwasser aufgefüllt. Lange Trockenheit ließ den Pegelstand sinken. Anwohner Volker Karlowski macht sich Sorgen: Wo sind die Nester der Enten?

Horstmar

, 17.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Volker Karlowski wohnt nicht weit vom Seepark. Er liebt die Natur und ist dort täglich unterwegs. Dabei hat er auch den Wasserstand im Blick. Wie Josef Kühle. Der hatte sich vor zwei Wochen gewundert, warum die Stadt nicht die Verbindungsleitung zum Dattteln-Hamm-Kanal öffnet. Denn er beobachtete einen sinkenden Pegel und fürchtete um die Feuchtbiotope.

Regen ist die bessere Alternative

Damals setzte man im Rathaus noch auf Regen. Der habe eine bessere Qualität als Kanalwasser, lautete die Erklärung. Bis spätestens Anfang Juni wollte man mit dem Nachfüllen warten. Doch die Hoffnungen auf staken Regen erfüllten sich nicht und die Wetterprognosen deuten in naher Zukunft nicht darauf hin. Daher wurde der Wasserstand um 40 Zentimeter angehoben, wie Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage mitteilte. Wenn die Stadt länger gewartet hätte, hätte sich das negativ auf die Tier- und Pflanzenwelt im und um den See ausgewirkt.

Zufluss ohne Wellenschläge

Doch genau hier sieht Volker Karlowski das Problem: Donnerstag habe er noch brütende Enten beobachtet, Sonntag (12. Mai) sei das Nest weg gewesen.

Die Stadt erklärt, sie habe den Wasserausgleich im Vorfeld mit dem Fischereiverein Lünen besprochen. Dessen Vorsitzender Detlef Borzug erklärt auf Nachfrage, er habe vor 14 Tagen bis zum Schilfrand nachgeschaut. Weiter dürfte er nicht hinein. Das sei Schongebiet. Von da aus hätte er keine Nester bemerkt.

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Er glaubt nicht, dass Enten durch den Wasserzufluss zu Schaden gekommen seien. Das eingeleitete Wasser verursache „keine großen Wellenschläge, sondern fließe ruhig in den See.“ Weil die Wasservögel schwimmende Nester hätten, sehe er keine Probleme. Am Lanstroper See beispielsweise seien die Küken längst geschlüpft.

Vier Mal aufgefüllt

Zuständig für die Kontrolle des Horstmarer Sees ist die Abteilung Stadtgrün der Verwaltung. Sie erteilt dem Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen (SAL) den Auftrag, den Wasserstand wieder aufzufüllen. Das geschieht durch eine unterirdische Leitung zum Datteln.-Hamm-Kanal. Vier Mal ist der See schon aufgefüllt worden: In den Jahren 2014, 2017, 2018 und nunmehr 2019.

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