Stadt Lünen bestimmt neue Pläne für Flüchtlinge

Unterkünfte werden ausgebaut

Bestehende Unterkünfte für Flüchtlinge in Schulen werden menschenwürdig ausgebaut, Turnhallen als Unterkünfte aufgegeben: Die Stadt Lünen hat im Fachausschuss von der Politik Unterstützung erfahren. Künftig sollen dann keine Flüchtlinge mehr in Turnhallen leben müssen.

LÜNEN

, 15.04.2016, 12:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadt Lünen bestimmt neue Pläne für Flüchtlinge

Die Hauptschule Wethmar wurde zur Flüchtlingsunterkunft.

Die Stadt erhält von der Politik volle Rückendeckung für die die nächsten Maßnahmen zur Unterbringen und Integration von Flüchtlingen. Einstimmig fiel Donnerstagabend das Votum der beteiligten Fachausschüsse für folgende Pläne aus:

  • Die ehemalige Hauptschule Wethmar, die am 31. Juli als Notunterkunft des Landes ausläuft, wird in kommunaler Trägerschaft weiterbetrieben und für circa 1 Million Euro ab Mitte 2016 in zwei Abschnitten umgebaut. Statt 199 sollen dort künftig maximal 138 Flüchtlinge leben können – unter deutlich besseren Bedingungen als jetzt, mit mehr Privatsphäre.
  • Nach einem ähnlichen Konzept wie in Wethmar werden auch die ehemalige Paul-Gerhardt-Schule (Heinestraße 1) für bis zu 128 Personen und die ehemalige Kielhornschule (Heinestraße 27) für bis zu 66 Personen umgebaut. Aber erst 2017 und nur wenn Bedarf besteht. Das würde weitere rund 1,1 Millionen Euro kosten.
  • Die Turnhallen Heinestraße (Lünen-Süd) und Josefstraße (Brambauer) werden als Flüchtlingsunterkünfte aufgegeben.

In diesem Jahr seien Lünen erst 98 Flüchtlinge zugewiesen worden, 281 Plätze in Unterkünften seien momentan nicht belegt, erklärte Fachdezernent Ludger Trepper. Bei den Planungen für die Zukunft orientiere man sich an den Zahlen des Bundes.

Danach seien, heruntergerechnet auf Lünen, in diesem Jahr etwa 800 und 2017 etwa 700 Flüchtlinge zu erwarten. „Ob das richtig ist, weiß keiner“, meinte Trepper und sprach von „Glaskugelguckerei“. Die Stadt wolle aber nicht, „dass wir am Ende wieder in Turnhallen müssen“, begründete Trepper das Umbaukonzept.

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Lünens Politik ist einverstanden

Von der Politik gab es dafür Lob: „Es ist wichtig, neue menschenwürdige Unterkünfte vorzuhalten“, erklärte Christiane Mai (SPD). Auch Sprecher anderer Fraktionen äußerten sich positiv.

Einstimmig gebilligt wurde auch ein Rahmenkonzept zur Integration von Flüchtlingen. Es geht davon aus, dass keine „Sonderstrukturen“ für Flüchtlinge geschaffen werden, die Beteiligten vielmehr auf vorhandene Strukturen und Netzwerke aufbauen und sie für Flüchtlinge anpassen.

Die Beschlüsse der Fachausschüsse müssen am 28. April noch vom Rat bestätigt werden.

Vier weitere Einrichtungen

Vor der großen Flüchtlingswelle hatte der Rat bereits grundsätzlich beschlossen, vier Unterkünfte für jeweils 50 Personen zu errichten. Langfristig sollen sie bestehende Einrichtungen ersetzen. Mögliche Standorte hat die Stadt ermittelt. Sie sollen im Rahmen einer Klausurtagung einem Gremium aus Bürgervertretern diverser Einrichtungen und Verbände präsentiert werden. Auch zwei Flüchtlinge sollen dazu gehören. 

Aufgabe des Gremiums ist es, eine Prioritätenliste der Standorte zu erarbeiten. Nach der Sommerpause 2016 soll der Rat entscheiden, wo die vier Unterkünfte entstehen.

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