Stadt Lünen geht gegen gefährliche Raupe vor

Eichenprozessionsspinner

Vermutlich über Belgien und die Niederlande hat sich der Eichenprozessionsspinner seinen Weg nach Nordrhein-Westfalen gebahnt. In diesem Sommer zeigt sich die gefräßige Raupe auch in Lünen - und ist nicht ungefährlich für den Menschen. Die Stadt hat einen Plan, wie sie gegen die Insekten vorgehen will.

LÜNEN

von David Reininghaus

, 20.06.2017, 18:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Eichenprozessionsspinner kann auch auf den Menschen Auswirkungen haben.

Der Eichenprozessionsspinner kann auch auf den Menschen Auswirkungen haben.

Nach Bäumen an der Realschule in Brambauer und der Kita an der Rudolph-Nagell-Straße bestätigte die Stadt am vergangenen Freitag den Befall von drei Eichen in der Nähe der Nikolaus-Groß-Schule.

Der Eichenprozessionsspinner attackiert in der Regel ausschließlich Eichenbäume, in seltenen Fällen aber auch Hainbuchen. Die kleinen Raupen greifen dabei meist die Unterseiten von Ästen an und bilden kleine Gespinst-Nester. Ein Eiweißgift in den Brennhaaren der Raupe kann beim Menschen allergische Hautreaktionen und auch Hustenanfälle auslösen.

Über zehn Prozent der Eichen in Lünen befallen

Wie die Stadt am Dienstag auf Anfrage mitteilte, gibt es im Stadtgebiet 600 Eichen, weitere 150 auf Kommunalfriedhöfen und etwa 100 im Bereich von Kindergärten und Schulen. Rund 10 bis 15 Prozent dieses Baumbestandes sei nach bisheriger Prüfung von einem Befall betroffen. Eine Häufung wurde in Nordlünen festgestellt.

Außendienstmitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe (WBL) sind laut Stadt dabei, alle Bäume „sukzessive“ zu kontrollieren. Wie lange das dauern werde, könne momentan noch nicht gesagt werden. Stellt der WBL-Mitarbeiter einen Befall fest, meldet er das an die Abteilung Stadtgrün, die wiederum einen Schädlingsbekämpfer einsetzt. Welcher Experte genau in Lünen im Einsatz ist, wollte die Stadt am Dienstag nicht sagen. Es sei nicht Aufgabe der Stadtverwaltung, Werbung für ein einzelnes Unternehmen zu machen, hieß es.

Raupe ist auf zwei Arten bekämpfbar

Peter Sonnenburg ist Geschäftsführer der Sonnenburg Schädlingsbekämpfung GmbH aus Ascheberg. Er erklärte, dass man die Raupe auf zwei Arten bekämpfen kann. „Eine Variante ist das Wegbrennen der Nester, eine andere Möglichkeit ist das Absaugen der Raupen mit einem Profigerät.“ Im Anschluss würden die Bäume in der Regel mit einem Insektizid behandelt.

Entgegen einer früheren Mitteilung der Stadt wird in Lünen allerdings kein solches Insektizid genutzt. „Stattdessen werden die Bäume abgesaugt“, teilt die Stadt weiter mit. Beim Absaugen werden die Nester gemeinsam mit den Raupen selbst und deren Gifthaaren mit speziellen Geräten abgesaugt und später sachkundig entsorgt. Das Absaugen soll laut Stadt schon am Mittwoch beginnen.

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