Stadt Lünen setzt Chef des Lükaz überraschend ab

Martin Raudszus

Das Lükaz hat sich in der Stadt mit seinen Veranstaltungen einen Namen gemacht. Jetzt braucht das Haus einen neuen Chef. Die Stadt Lünen setzt Martin Raudszus als Leiter des Aktions- und Kulturzentrums ab - und sorgt damit für Unmut.

LÜNEN

, 28.10.2016, 11:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadt Lünen setzt Chef des Lükaz überraschend ab

Rock-Konzerte, Amore-Mio-Party, Tanzveranstaltungen für Kinder: Mit seinem Programm ist das Lükaz eigentlich erfolgreich - die Stadt hat nun aber den Chef Martin Raudszus abgesetzt.

Martin Raudszus ist nicht mehr Leiter des Lükaz. Raudszus hatte das Haus seit seiner Gründung vor neun Jahren im September 2007 geleitet. Hintergrund der Entscheidung seien ausschließlich dienstrechtliche Belange, erklärte die Stadt auf Anfrage. Mit der diskutierten möglichen Neuausrichtung des Lükaz habe das absolut nichts zu tun.

Raudszus selbst wird deutlicher: Konkret, so sagt der 63-Jährige, laute der Vorwurf an ihn, er habe unerlaubt Kontakt mit der Politik aufgenommen; per Mail. Inhalt der Nachrichten seien die aktuellen Besucherzahlen gewesen, erklärte er am Donnerstag. Von seiner Ablösung habe er mündlich in einem Gespräch Anfang Oktober erfahren; schriftlich habe er die Nachricht am vergangenen Samstag erhalten.

Die Stadt nimmt zu dem Fall – auch zum Schutz des betroffenen Mitarbeiters – keine Stellung: Es sei guter Brauch in der Verwaltung, „dass wir uns über das Verhalten einzelner Mitarbeiter nicht in der Öffentlichkeit äußern“. Der Personalrat habe der Abberufung zugestimmt. Auch der wollte sich am Donnerstag nicht öffentlich äußern.

Zusammenhang mit Diskussion ums Lükaz?

Die Junge Union hat den Verdacht formuliert, die Ablösung Raudszus hänge mit der Diskussion ums Lükaz zusammen: Man sei „verwundert“ darüber, dass „die Abberufung des erfolgreichen Leiters ohne Rücksprache mit Politik und ohne Nennung eines Nachfolgers“ erfolge. Man habe „jetzt erst recht die Befürchtung, dass die Gerüchte zur Umgestaltung des Lükaz stimmen und der Umbau zum reinen Jugendheim bei der Stadtspitze schon beschlossene Sache“ sei.

Der zuständige Ausschuss hatte im September über das Lükaz beraten. Damals stellte Fachdezernent Ludger Trepper klar, dass es nicht um eine neue Ausrichtung des Lükaz gehe. Aber man wolle sich wieder verstärkt auf die Kernaufgaben konzentrieren. Darauf, Angebote für Kinder, Jugendliche und Heranwachsende zu machen. Knappe Ressourcen zwängen dazu, „genauer hinzuschauen“. Darüber hinaus gebe es derzeit keinen neuen Sachstand, betonte die Stadt: „Es bleibt dabei, es geht nicht um eine Neuausrichtung des Lükaz, sondern um eine Stärkung bei den Angeboten für Kinder und Jugendliche“, heißt es in der Stellungnahme.

Neue Aufgabe in der Verwaltung

Unterdessen geht die Junge Union davon aus, dass das Lükaz angewiesen worden sei, keine neuen Veranstaltungen mehr anzunehmen, sondern nur noch vertraglich bereits vereinbarte durchzuführen. Die Frage, ob das tatsächlich so ist, beantwortete die Stadt nicht.

Bernhard Weiß, Frontsänger der Hardrock-Band Axxis und aktueller Kulturpreisträger der Stadt, äußerte sich kritisch auf Facebook:

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