Stadt Lünen will Flüchtlingsunterkünfte umbauen

Für eine Million Euro

Ab dem 1. August will die Stadt die Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Hauptschule für gut eine Million Euro renovieren und umbauen. Der Grund: Nur noch bis Ende Juli nutzt das Land das Gebäude als Notunterkunft, gibt es dann an die Stadt zurück. Und die will dort mittelfristig weiter Flüchtlinge unterbringen.

LÜNEN

, 05.04.2016, 07:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadt Lünen will Flüchtlingsunterkünfte umbauen

Im Juli 2015 zogen die ersten Menschen in der Unterkunft an der ehemaligen Hauptschule ein. Nach ziemlich genau einem Jahr endet die Nutzung des Landes als Notunterkunft. Für eine mittelfristige weitere Nutzung als Flüchtlingsunterkunft will die Stadt das Gebäude ab August umbauen.

Das geht aus einer Beschlussempfehlung für den Rat hervor, die die Verwaltung dem Ausschuss für Bürgerservice und Soziales für die gemeinsame Sitzung mit dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt und dem Integrationsrat am Donnerstag, 14. April, vorlegt.

Darin heißt es unter anderem, dass der Zuschnitt des Gebäudes zwar für eine kurzfristige Unterbringung geeignet sei, sich jedoch „für eine längere Wohndauer nur bedingt“ eigne. Ein Manko: die Privatsphäre. Es sei für die geplante längere Nutzung wichtig, „dass Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung stehen“, außerdem sei in kleineren Wohneinheiten der soziale Zusammenhalt größer.

Hauptschule soll nur der Start sein

Deswegen soll zunächst die alte Hauptschule – später sollen auch die Unterkünfte Heinestraße 27 und Heinestraße 1 dazukommen – umgebaut werden. Statt ehemals 199 Geflüchtete werden dann noch 138 Menschen dort leben können. Die Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) hat die Häuser untersucht und Merkmale für den Umbau festgelegt. Um mehr Privatsphäre zu schaffen, sollen kleinere Wohneinheiten, Kochmöglichkeiten, zentrale Duschen und Toiletten sowie Gemeinschafts- und Aufenthaltsräume entstehen.

Der Umbau an der Hauptschule in Wethmar kostet die Stadt laut ZGL-Schätzungen knapp über eine Million Euro – also etwa 7500 Euro pro Platz. Weil der Umbau in zwei Abschnitten erfolgen soll, können auch währenddessen noch etwa 70 Menschen dort leben. Wenn der Umbau in Wethmar abgeschlossen ist, soll 2017 noch einmal überprüft werden, ob die beiden Unterkünfte in der Heinestraße ebenfalls „ertüchtigt“ werden.

Abstimmung am 14. April

Auch dort würden sich die Belegungszahlen dann reduzieren, der Umbau in der Heinestraße 27 würde etwa 464.000 Euro kosten, der in der Heinestraße 1 noch einmal 652.000 Euro. 2017 lasse sich „wahrscheinlich besser einschätzen, ob die Bedarfe an einem oder an zwei Standorten in Lünen-Süd gedeckt werden müssen“, heißt es in der Vorlage. Über die stimmen die Ausschüsse am 14. April ab. Ist die Mehrheit dafür, kann der Rat in einer der kommenden Sitzungen endgültig darüber entscheiden. 

Die Flüchtlingssituation in Lünen:

Die Zuweisungszahlen sind seit Anfang des Jahres vergleichsweise niedrig. Deswegen sind auch viele Unterkünfte momentan leerer als im vergangenen Jahr. Von den 199 Plätzen in der ehemaligen Hauptschule Wethmar sind momentan beispielsweise nur 52 belegt. In den Unterkünften in der Heinestraße in Lünen-Süd leben insgesamt 103 Menschen. Platz ist für maximal 170.

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