Stadtwerke Lünen räumen Fehler beim Wasser ein

Umstrittenes Systementgelt

Lünens Stadtwerke-Chef Dr. Achim Grunenberg hat das zum 1. Januar 2016 ingeführte Systementgelt beim Trinkwasser gegen Kritik aus Teilen der Bürgerschaft und der Politik verteidigt. Gleichzeitig räumte Grunenberg mögliche Fehler bei der Informationspolitik ein.

LÜNEN

, 25.04.2016, 15:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stadtwerke Lünen räumen Fehler beim Wasser ein

Die Lüner Stadtwerke haben bei der Informationspolitik zum Systemengelt, das zum 1. Januar eingeführt worden ist, Fehler eingeräumt.

Die Stadtwerke hätten die Einführung des Entgelts über ihre „Regelkommunikation“ öffentlich gemacht, erklärte Grunenberg im Haupt- und Finanzausschuss . „Wenn das ein Fehler war, tut uns das leid“, sagte Achim Grunenberg. Unter Regelkommunikation seien Veröffentlichungen in der örtlichen Presse und im Internet zu verstehen. „Wir wollten ausführlich informieren, wenn das für Kunden virulent wird – am Ende des Jahres mit der Rechnung“, so der Stadtwerke-Chef.

GFL-Politiker: „Stadtwerke ziehen Kunden über den Tisch“

Kritik am Vorgehen der Stadtwerke bei der Einführung und Begründung des Systementgelts bei der Trinkwasserversorgung hatten zuvor Grünen-Ratsherr Eckard Kneisel und die GFL-Ratsherren Hans-Peter Bludau und Otto Korte geäußert:

  • „Man kann Bürgern Preiserhöhungen vermitteln, man muss es aber transparent tun“, meinte Kneisel.
  • „Die Stadtwerke ziehen die Kunden über den Tisch, zumindest die, die kein Internet haben“, erklärte Bludau in Anspielung auf das Strom- und Gaspreissystem der Stadtwerke. Das Systementgelt beim Wasser wollten sie nicht schlucken. Dafür gebe es keine stichhaltigen, nachvollziehbaren Gründe.
  • Unisono erklärten die GFL-Vertreter auch, mehrere hundert Euro pro Jahr bei Strom und Wasser zu sparen – nach einem Besuch im Kundenzentrum der Stadtwerke an der Borker Straße.

Den Weg dorthin empfahl selbst Grunenberg den Stadtwerkekunden. Um Geld zu sparen, sei das persönliche Gespräch immer noch das Beste, sagte er. Kritik am neuen Preissystem fürs Wasser ließ Achim Grunenberg nicht gelten. Zur Begründung verwies er einmal mehr darauf, dass der Aufwand zur Instandhaltung des Wassernetzes gleich bleibe, der Verbrauch aber stetig sinke.

Stadtwerke haben Zeit, den Vorschlag zu prüfen

Die Anregung eines Bürgers, der Ausschuss soll dem Rat empfehlen, dass er beschließen möge, den Stadtwerkekunden auf der Jahresabrechnung mitzuteilen, ob der bisherige Tarif für Strom und Gas für sie der Günstigste ist, wurde auf eine der nächsten Hauptausschuss-Sitzungen verschoben. Damit sollte den Stadtwerken Gelegenheit gegeben werden, den Bürgervorschlag zu prüfen. Stadtwerke-Chef Grunenberg und sein Aufsichtsrats-Chef Hugo Becker (SPD) sagten dies zu.

Neben dem Grundpreis, also dem Preis für Unterhaltung und Kontrolle des Leitungsnetzes, und dem Preis pro verbrauchtem Kubikmeter Wasser, zahlen Kunden seit Januar das Systementgelt. Das beträgt 28,89 Euro brutto pro Jahr und Wohn- oder Gewerbeeinheit.

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