Stadtwerke nehmen schon bald fünf Ladesäulen für E-Autos in Betrieb

rnElektromobilität in Lünen

Die Stadtwerke Lünen bauen ihr Ladestationen-Netz für E-Autos aus. Zwei gibt es schon, fünf sollen in Kürze dazukommen. Wir haben nachgefragt, wo die Stationen stehen sollen.

Lünen

, 14.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Geht es nach dem Willen der Bundesregierung, dann soll bis Ende 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren. Bis 2030 sollen es schon sechs Millionen sein. Doch ohne genügend Ladesäulen kann das nicht gelingen. Vertreter von Städten, kommunalen Unternehmen und Immobilienbesitzern haben deshalb die Bundesregierung zu verstärkten Anstrengungen beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos aufgefordert. Städtetagspräsident Markus Lewe sagte jüngst in einem Zeitungsinterview:

„Emissionsfreie Mobilität fördern“

„Emissionsfreie Mobilität in den Städten zu fördern ist dringend notwendig, damit Deutschland seinen Klimazielen im Verkehr 2030 näher kommt.“ Die Städte seien mit dem bisherigen Aufbau von öffentlich zugänglichen Ladesäulen bereits in Vorleistung gegangen. Um mit dem erwarteten Anstieg beim Verkauf von Elektrofahrzeugen Schritt zu halten, müssten weitere Lademöglichkeiten installiert werden.

Hier kommen die Ladestationen hin

In Lünen tut sich derweil etwas in Sachen Ladestationen. In Kürze wollen die Stadtwerke Lünen fünf Stationen in Betrieb nehmen. Das sagte Werner van den Berg, Energieberater der Stadtwerke, im Gespräch mit unserer Redaktion am Donnerstag (11.). Einen genauen Termin nannte van den Berg nicht.

Standorte sind die Parkplätze an der Salford-Brücke, am Rathaus/AOK und am Preußenbahnhof. Außerdem wird es eine Ladestation an der Straße Am Veilchenweg 10 (auf dem Hof der WBG) und vor dem Lüntec-Technologiezentrum geben.

Seit Mai vergangenen Jahres gibt es bereits eine Ladestation in Kooperation mit dem Kreis Unna auf dem Parkplatz vor dem Kreishaus an der Victoriastraße. Eine weitere existiert seit 2011 an der Straße Im Hagen in der Nähe des Kino Cineworld.

Tipps zur Stromversorgung

Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein Elektroauto zu kaufen, sollte sich nach Meinung von Energieexperte van den Berg genau erkundigen, wie das Auto mit dem nötigen Strom versorgt werden kann: „Es gibt alles in allem noch relativ wenige öffentliche Ladestationen und aus persönlichen Zeitgründen werden rund 85 Prozent der Fahrzeuge zuhause aufgeladen.“ Und da fängt die Sache an spannend zu werden. Reine Elektromobile brauchen je nach Größe eine Menge Strom, um sie in relativ kurzer Zeit wieder aufzuladen. „Dafür könnten die Zuleitungsquerschnitte zum Endverbraucher manchmal nicht ausreichen“, sagte Werner van den Berg.

Normale Haushaltssteckdose

Wesentlich leichter sei es, mit einem Hybrid-Plug-In-Modell, das für seinen wesentlich kleineren Akku nur eine normale Haushaltssteckdose benötige und der in wenigen Stunden aufgeladen sei. „Im Fahrbetrieb bleibt man dann mit wenig Benzin und dosierbarem Strom recht lange mobil“, sagte der Energieexperte weiter.

Ein Plug-in-Hybrid, auch Steckdosenhybrid genannt, ist ein Kraftfahrzeug mit Hybridantrieb, dessen Akkumulator sowohl über den Verbrennungsmotor als auch am Stromnetz geladen werden kann. Meist hat er einen größeren Akkumulator als ein reiner Hybrid (Vollhybrid) und stellt so eine Mischform zwischen letzterem und einem Elektroauto dar.

Stadtwerke haben Netzstabiltät im Blick

Die Stadtwerke Lünen sind vor Ort für den Verteilnetzbereich zuständig und haben für die notwendige Netzstabilität zu sorgen. Ebenso wie bei allen anderen Netzbetreibern ist es von großer Wichtigkeit, die Netze genau zu prüfen und zu überwachen, da früher Elektroautos und ihre Ladevorgänge noch nicht ins Netz eingeplant wurden. „Das heißt, dass speziell darauf geachtet werden muss, dass die Leitungen und Leitungsquerschnitte für den zusätzlichen Strom, den Elektroautos benötigen, ausgelegt sind“, sagte Stadtwerke-Energieberater Werner van den Berg: „Wer sich also ein Elektromobil anschaffen will und dazu eine Wallbox (Wandladestation, Anm. d. Red.) zur Aufladung zuhause benötigt, sollte sich zunächst bei uns erkundigen. Für Lademengen im Normalbereich von 11 oder 22 kW sehe ich noch keine Probleme, denn das sollte der Hausanschluss noch hergeben“. Damit erzielt man aber nur relativ lange Ladezeiten. Schnelllagegeräte dagegen brauchen nach Angaben des Energieberaters bis zu 50 kW oder mehr.

Nach Fördermitteln fragen

Werner van den Berg: „Und dann wird es kritisch. Besonders in dem Fall, wenn die Zahl der Elektrofahrzeuge so steigen sollte wie es sich die Politik wünscht.“ Helfen könne da die smarte Steuerung des Stromverbrauchs, die dem Fahrzeug dann die Energie bereitstellt, wenn sie verfügbar ist. Das erfordere jedoch ein Lademanagement. „Bei uns kann man auch eine Förderung für eine private Wallbox bekommen“, sagte der SWL Energieberater.

„Die öffentliche Förderung des Landes NRW ist an Bedingungen geknüpft. Entweder man schließt einen Ökostromvertrag mit uns ab oder man hat eine Eigenproduktion an Ökostrom am Standort.“ Zum Beispiel eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach.

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