Staupe im Kreis Unna: Jäger erschießt infizierten Fuchs

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Tierbesitzer sollten gewarnt sein: Im Kreis Unna ist das Staupe-Virus nachgewiesen worden. Wie die Kreisjägerschaft mitteilte, wurde auf Bönener Gebiet ein infizierter Fuchs erschossen.

Unna

, 16.11.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er ist der sprichwörtlich „beste Freund des Menschen“, könnte nun aber gefährdet sein: Nachdem im Kreis Unna die tödliche Virusinfektion Staupe bei einem Fuchs festgestellt worden ist, sollten Hunde unbedingt den entsprechenden Impfschutz besitzen. Darauf macht die Kreisjägerschaft aufmerksam.

Jäger vermutet zunächst Tollwut

Vor zwei Wochen fiel dem Jäger Hans-Peter Stratemann in Bönen ein Fuchs auf, der keinerlei Scheu vor dem Menschen zeigte. Er kam mitten am Tag ganz nah und wirkte apathisch. „Ich dachte zunächst an Tollwut“, vermutete Hans-Peter Stratemann, der den Fuchs erlegte. Äußerlich war das Tier unauffällig, doch zur Klärung schickte der Jäger den Fuchs-Kadaver nach Arnsberg zum staatlichen Veterinäramt.

Ein nachweislich mit Staupe infizierter Fuchs wurde in Bönen erschossen.

Ein nachweislich mit Staupe infizierter Fuchs wurde in Bönen erschossen. © KJS Unna/ Dr. Bernd Stemmer

Nun ist das Ergebnis da: Der Tollwut-Verdacht wurde glücklicherweise nicht bestätigt, allerdings wurde bei dem erlegten Fuchs die hochansteckende Viruserkrankung Staupe nachgewiesen.

Scheuloser Waschbär im Sandkasten

Ein paar Tage später wurde sein Mitjäger Carsten Kobbe zur Mittagszeit zu einem benachbarten Landwirt gerufen. Ein Waschbär, der schon seit einigen Tagen seine natürliche Scheu verloren hatte, hielt sich im Sandkasten der Kinder auf und verhielt sich untypisch.

Womöglich war auch ein Waschbär, der sich in einem Sandkasten aufhielt und apathisch wirkte, mit Staupe infiziert. Das entsprechende Ergebnis steht allerdings noch aus.

Womöglich war auch ein Waschbär, der sich in einem Sandkasten aufhielt und apathisch wirkte, mit Staupe infiziert. Das entsprechende Ergebnis steht allerdings noch aus. © KJS Unna/Heinz-Dieter Fuhr

„Der Waschbär hatte den Kopf in den Nacken gelegt und speichelte sehr viel. Er bekam gar nicht mit, dass ich mich ihm näherte.“, berichtet Kobbe. Er erlöste das Tier und schickte es ebenfalls zur staatlichen Untersuchungsstelle. „Hier steht das Ergebnis noch aus, wir erwarten es täglich und nehmen an, dass es auch Staupe ist“, so der Jäger.

Impfschutz von Hunden kontrollieren

Der Hegeringleiter der Jägerschaft in Bönen, Rolf Brüggemann, rät allen Hundehaltern, den Impfschutz ihrer Hunde zu kontrollieren und gegebenenfalls aufzufrischen: „Hunde können sich durch den Kot, Urin, Speichel oder anderes Sekret infizierter Tiere anstecken. Schon durch das Schnüffeln im Wald können Hunde die tödliche Krankheit also bekommen.“ Ein direkter Kontakt zwischen den Tieren ist also nicht erforderlich.

Bürger sollen Hegeringe informieren

Zudem appelliert Brüggemann an die Bürger: „Wenn Sie ein Wildtier entdecken, dass seine natürliche Scheu verloren hat und sich nicht normal verhält, kontaktieren Sie bitte die örtlichen Jäger, zum Beispiel über die Hegeringe.“ So könne die Ausbreitung des Virus unterbrochen werden.

Kontakt

Hegeringe im Kreis Unna

Folgende Hegeringe können kontaktiert werden, wenn Menschen m Kreis Unna Wildtiere entdecken, die ihre natürliche Scheu verloren haben:

Den infizierten Tieren ist nicht mehr zu helfen, sie können nur erlegt werden. „So stecken sie keine weiteren Tiere an und müssen nicht mehr leiden.“ Füchse und Waschbären können viele Kilometer weit wandern, daher ist eine Verbreitung im ganzen Kreisgebiet wahrscheinlich.

Impfung schützt vor Infektion

Das Staupe-Virus ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die unter anderem Füchse, Marder und Hunde befallen kann. Bis in die 1960er-Jahre war Staupe eine der Tierkrankheiten, die unter Hunden am meisten Todesopfer zur Folge hatten.

Hunde lassen sich heute aber gut durch eine Impfung schützen, die nach einer Grundimmunisierung alle drei Jahre aufgefrischt werden muss.

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Hunde, die erkrankt sind, bekommen meist Fieber, Appetitlosigkeit, Durchfall, Erbrechen und Nasenausfluss. Vor allem junge Tiere mit schwachem Immunsystem erkranken. Meist endet die Krankheit mit dem Tod. Für den Menschen ist das Staupe-Virus dagegen ungefährlich.

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