Staupe-Virus auf dem Vormarsch - dringender Rat: Hunde impfen und an die Leine

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Mehrere Fälle des meist tödlichen Staupe-Virus sind in den vergangenen Tagen gemeldet worden - zum Beispiel im Rheinland. Ist nicht um die Ecke, dennoch ist auch in Lünen Vorsicht ratsam.

von Kristina Gerstenmaier

Alstedde

, 11.01.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit einigen Jahren schon nimmt die Zahl der erkrankten Tiere wieder deutlich zu:

Jetzt sind in Köln, Leverkusen und Wuppertal erkrankte Füchse gefunden worden. Das liegt nicht gleich nebenan, aber trotzdem wird gewarnt, denn Füchse sind oft gut unterwegs und legen längere Strecken zurück.

Die Tiere wirken zunächst apathisch. Erbrechen, hohes Fieber, Lähmungserscheinungen, Krämpfe und Atemnot begleiten den Krankheitsverlauf bei Staupe. Für erkrankte Tiere endet der meist tödlich. Füchse, Marder, Waschbären und auch Hunde können davon befallen sein. Bis zur Einführung der Impfung in den 1960er-Jahren war Staupe ein in Deutschland weit verbreitetes Virus. Dann ging die Zahl deutlich zurück. Nun aber steigt sie wieder. Da Füchse weite Strecken wandern können, gibt es eine Warnung für ganz NRW. Im Kreis Unna wurden nach Angaben des Kreisveterinäramtes zwei Staupefälle im vergangenen Jahr gemeldet.

„Es wird ja ständig vor irgendwas gewarnt“

Dennoch bleiben viele Hundebesitzer gelassen. „Es wird ja ständig vor irgendwas gewarnt“, sagt Birgit Schreiber, Vorsitzende der „Hundefreunde Lünen und Umgebung“. „Zuletzt gab es im Sommer eine große Panik unter den Hundebesitzern wegen einer Durchfallerkrankung, die sich angeblich aus dem Norden her zu uns ausbreitete. Es war letztendlich falscher Alarm.“ Grundsätzlich empfiehlt Schreiber aber jedem Hundebesitzer seine Vierbeiner nicht frei laufen zu lassen, es sei denn, der Hund sei sehr gut ausgebildet und bleibe im Wald immer auf den Wegen. Allein das reiche aber nicht: „Wir raten dazu, die Hunde komplett durchzuimpfen. Das ist auch Voraussetzung für die Teilnahme an unseren Kursen“, sagt die Vorsitzende.

Schuld sind nicht Füchse sondern Importe

Diesen Rat gibt auch der Alstedder Tierarzt Stefan Giesbert. Denn Staupe ist sehr leicht übertragbar. Die Übertragung des Virus findet über alle Sekrete und Exkrete, vor allem über Tröpfcheninfektion von infizierten Tieren statt. „Der beste Schutz ist die Impfung“, sagt der 49-Jährige.

Tierarzt Stefan Giesbert warnt vor Hundeimporten aus osteuropäischen Ländern.

Tierarzt Stefan Giesbert warnt vor Hundeimporten aus osteuropäischen Ländern. © Giesbert

„Staupe spielte hier fast keine Rolle mehr, seit Einführung der Impfung. Schuld sind nicht die Füchse, sondern ich vermute eher, dass das Virus mit den Hundeimporten aus dem Osten der EU zu uns getragen wird. Sowieso muss man diese Importe sehr kritisch sehen“, sagt er. Die Impfung sei sehr sicher, aber im Osten werde sie eben meist nicht gemacht. „Das ist die Tendenz, die wir feststellen und leider ist dieses Virus therapeutisch erfolglos. Das heißt, die Krankheit verläuft tödlich.“

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