Steinsbuche zwischen Lünen und Selm ersetzt: Neuer Baum mit Besonderheit

Pflanzaktion

Dass die Steinsbuche an der Cappenberger Straße zwischen Lünen und Cappenberg gefällt worden war, hat die Gemüter erhitzt. Jetzt steht dort ein neuer Baum- mit besonderen Eigenschaften.

Lünen, Cappenberg

, 11.12.2020, 10:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach der Pflanzaktion (v.l.): Jochen Heinrich, Baumfachmann vom Arbeitskreis Umwelt und Heimat Lünen, Enrico Schürmann, Baumexperte der Stadt Lünen, Horst Störmer, Stadtverband für Heimatpflege und Heinrich Janssen, Heimatverein Cappenberg.

Nach der Pflanzaktion (v.l.): Jochen Heinrich, Baumfachmann vom Arbeitskreis Umwelt und Heimat Lünen, Enrico Schürmann, Baumexperte der Stadt Lünen, Horst Störmer, Stadtverband für Heimatpflege und Heinrich Janssen, Heimatverein Cappenberg. © Goldstein

Spaziergänger hatten im September plötzlich nur noch den Stumpf gesehen von der 60 Jahre alten Steinsbuche auf der Grenze zwischen Lünen und Cappenberg. Das hatte für Aufregung gesorgt. Denn der Baum wurde gerne als Ort für eine Pause genutzt. Die soll seinerzeit gerne auch der preußische Staatsmann Reichsfreiherr vom und zum Stein (1757-1831) bei seinen mittäglichen Spazierrunden dort eingelegt haben. Daher wurde die Buche nach ihm benannt.

Die Steinsbuche ist seit Generationen ein Begriff. Sie wurde sogar zum Postkartenmotiv. Nicht nur der Heimatverein Cappenberg, auch der Lions-Club Freiherr-vom-Stein, die sich dem Andenken Steins verpflichtet fühlen, zeigten sich entsetzt über den plötzlich fehlenden Baum. Sie wären gerne vorher informiert worden.

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Abgestorben aufgrund von Trockenheit

Gefällt hat die Steinsbuche nahe dem Kommunalfriedhof seinerzeit die Stadt Lünen, weil der Baum abgestorben war. Die zunehmende Trockenheit habe ihm zugesetzt. Der Baum sei nicht mehr verkehrssicher gewesen. Inzwischen ist an gleicher Stelle ein neuer Baum gepflanzt worden. Die neue Steinsbuche ist wieder eine Buche - und zwar eine Hopfenbuche, teilt die Stadt Lünen dazu mit. „Die Hopfenbuche ähnelt der herkömmlichen Rotbuche in Belaubung und Wuchs recht stark. Ihr Vorteil ist, dass sie besser mit langen Trockenperioden zurechtkommt“, wird Enrico Schürmann, Baumexperte der Stadt Lünen, in der Mitteilung zitiert. Am Mittwoch (9.12.) war er mit Horst Störmer vom Stadtverband für Heimatpflege Lünen, Heinrich Janssen vom Heimatverein Cappenberg und Jochen Heinrich vom Arbeitskreis Umwelt und Heimat Lünen vor Ort. „Wir haben mit der Hopfenbuche als Straßenbaum schon in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht“, so der städtische Baumexperte.

Info-Tafel geplant

Dass die Abteilung Stadtgrün „unkompliziert diese geschichtliche Erinnerung wieder aktiviert hat“, dafür dankten die Heimatpfleger Horst Störmer und Horst Janssen. Störmer lobte die „positive gemeinsame Aktion“. Außerdem kündigte er an, dass der Heimatverein Cappenberg und der Stadtverband für Heimatpflege Lünen in der Nähe des Baumes eine Tafel oder einen Stein aufstellen möchte. Darauf sollen Informationen zu der historischen Bedeutung des Ortes zu finden sein. Der preußische Staatsmann Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein hatte Cappenberg zu seinem Alterssitz gemacht und war dort oft unterwegs. Wie die Stadt erklärt, sei die im September gefällte Buche allerdings auch schon nicht mehr das Original aus der Zeit des Reichsfreiherrn gewesen. Sie war 1957 dort gepflanzt worden.

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